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Handwörterbuch der Philosophie
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— Mystik. gegenseitige Hilfe, welche Lebewesen einander leisten (Symbiose, Herdenleben usw.); sie hält dem „Kampf ums Dasein" vielfach das Gegengewicht oder erleichert den Kampf bestimmter Arten mit anderen. Vgl. P. KROPOTKIN, Gegenseitige Hilfe der Entwicklung, 1904; R. GOLDSCHEID, Höherentwicklung und Menschen Ökonomie I, 1911, S. 116 ff. (s. Organismus). verborgen, geheim) ist die Lehre, daß die Gottheit, das Göttliche, Absolute, Unendliche sich unmittelbar durch eine höhere Art der „Intuition" (s. d.), der gefühlsmäßig-anschaulichen Versenkung in das Übersinnliche, welches in der Tiefe des eigenen Gemütes des Erkennenden zum Durchbruch kommt, erfassen lasse. Im Zustande der Ekstase (s. d.), des Hinaus- gehens über alles Sinnliche und Verstandesgemäße, Begriffliche, über alle Gegensätze und Unterschiede des Gegebenen fühlt sich der Mystiker eins mit dem göttlichen Unendlichen, mit dem er sich liebevoll vereinigt. Der Mystiker schaut (in der Phantasie) sich und die Dinge in Gott, im Unend- lichen, Einen und fühlt sich und die Dinge vom göttlichen Leben durch- strömt; durch eine (vermeintlich) höhere Art der inneren Erfahrung erfaßt er das Göttliche als etwas seinem und der Dinge Wesen Immanentes, Ein- wohnendes. Die M. tritt in verschiedenen Formen auf, bald theosophisch, bald mehr es gibt eine heidnische und eine christliche M,, aber fast allen Mystikern ist der Zug zum Pantheismus gemein. Mystiker gibt es in der indischen Philosophie, mystischen Charakter hat ferner der der im Mittelalter bei AREOPAGITA (Pseudo-Dio- nysius), JOHANNES SCOTUS ERIUGENA, DIETRICH V. FREIBURG U. a. nach- wirkt. Christliche Mystiker im engeren Sinne sind BERNHARD VON VAUX, RICHARD und HUGO von ST. VICTOR, BONAVENTURA, RAYMUND VON SABUNDE, J. GERSON, N. CABASILAS U. a. Christlich und zum Teil panthei- sierend ist die M. eines Meister ECKHART, TAUBER, SUSO, RUYSBROEK U. a. Naturalistisch wird die M. bei PARACELSUS, G. BRUNO U. a., wieder mehr christlich gefärbt bei J. BÖHME, R. FLUDD, V. WEIGEL, C. SCHWENK- FELD, SEB. FRANCK, ANGELUS SILESIUS, MOLINOS, SWEDENBORG, ST. MARTIN, GÖRRES u. a. Mystische Elemente finden sich in den Lehren von PLATON, MALE- BRANCHE, SPINOZA (S. Liebe), PASCAL, SCHELLING, BAADER, KRAUSE, SCHLEIER- MACHER, SCHOPENHAUER, FECHNER, G. LANDAUER (Skepsis u. Mystik, 1903), DU PREL, R. (Das Christentum als mystische Tatsache; Die Mystik im Anfange neuzeitlichen Geisteslebens) u. a.; BERGSON (S. Intuition), JAMES, SSOLOWJOW, N. LOSSKIJ (s. Intuitivismus), MAETERLINCK U. a. Vgl. HEIN- ROTH, Geschichte u. Kritik d. Mystizismus, PFEIFFER. Deutsche Mystiker des 14. Jahrhunderts, 2. A Die 1835; GÖR- RES, Die christliche PREGER, Geschichte der deutschen M. im Mittelalter, MERX, Idee u. Grundlinien einer allgemeinen Geschichte der M., LANGENBERG, Quellen u. Forschungen zur Geschichte der deutschen M., W. SCHULTZ, Altjonische Mystik, JOEL, Der Ursprung der Naturphilo- sophie aus dem Geiste der Mystik, 1907; E. LEHMANN, M. im Heidentum u. Christentum, 1908; DELACROIX, Etudes et de psychologie du 1908; PACHEU, Psychologie des mystiques, 1909; SHARPE, Mysticism, 1910; DU PREL, Die Philos. d. Mystik2, 1910; Suso, Deutsche Schriften, 1911; ECKHART, Schriften u. Predigten, 1903—11. — Theologia deutsch, hrsg.
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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