Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
Page - 428 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 428 - in Handwörterbuch der Philosophie

Image of the Page - 428 -

Image of the Page - 428 - in Handwörterbuch der Philosophie

Text of the Page - 428 -

428 Natur. prop. XXI, XXIX, vgl. De Deo I, II, praef.). Während bei HOLBACH de la nature I, 1) u. a. die N. materialistisch auf- gefaßt wird, ist sie nach GOETHE der „Gottheit lebendiges Kleid". Gott ist der Natur, die Natur in Gott. Die Natur umfaßt und beherrscht alles, ewig neue Gestalten schaffend, ewig sich verwandelnd und dabei doch beharrend, aufbauend und zerstörend, voll Leben, Werden und Bewegung. „Sie scheint alles auf Individualität angelegt zu haben und macht sich nichts aus den Indi- viduen." „Gedacht hat sie und sinnt beständig; aber nicht als ein Mensch, sondern als Natur" (vgl. SCHMIDT, Goethe-Lexikon, 1912). — Als Inbegriff des Wirklichen, als universalen Zusammenhang des Geschehens fassen die Natur auf L. FEUERBACH, D. FR. STRAUSS, E. DÜHRING, L. BÜCHNER (Natur u. 1876), HAECKEL und der naturalistische Monismus überhaupt Materialismus). Während FICHTE die Natur als ein Produkt des Geistes, des „Ich" (s. d.), als etwas Ideelles, Wesenloses, als totes, starres, in sich beschlossenes Dasein, das nur Mittel für geistig-sittliche Zwecke ist, betrachtet, erhält sie bei anderen, welche sie als Daseinsweise, Erscheinung, Objektivation eines im Wesen geistigen Seins oder eines „An sich" überhaupt auffassen, höheren, wenn auch nicht höchsten oder absoluten Wert. Nach SCHELLING ist die N., der Inbegriff des Objektiven, die reale Seite des „Absoluten". Die „Natur an sich" ist „der in das Objektive geborene Geist", dessen Leib die erscheinende Natur ist. Die N. ist ursprünglich produktiv, voll Leben, ist „erstarrte", blinde, bewußtlose Intelligenz, von einem „Trieb und Drang nach immer höherem Die N. ist der „sichtbare Geist", unbewußte Vernunft. Natur und Geist (s. d.) sind die beiden „Pole" des Absoluten (Ideen zu e. Philos. der Natur, 1797; 2. A. 1803; Erster Entwurf e. Systems der Naturphilos., 1799; System des transzendentalen Idealismus, 1800). Später spricht SCHELLING (wie schon J. BÖHME) von dem „Ungrund" als der „Natur in Gott", aus der die Dinge hervorgehen; diese „Natur" ist „Sehnsucht", grundloser „Wille". Als Er- scheinung eines metaphysischen „Willens" betrachtet die N. SCHOPENHAUER (s. Voluntarismus); eine „Natur in Gott" gibt es nach F. BAADER (WW. XIII, 78). — HEGEL bestimmt die N. als Veräußerlichung des an sich be- stehenden Geistes, der „Idee" (s. d.), als Durchgangsstufe in der „dialektischen" Entfaltung derselben. Die N. ist die „Idee in der Form des Anderssein", das der Idee", der „sich entfremdete Geist", der „unauf- gelöste Widerspruch", der „Abfall der Idee von sich selbst" (Enzyklop. § 247 ff.; Naturphilos. S. 24). Nach RAVAISSON ist die N. eine „Refraktion" des Geistes, nach BERGSON eine „Entspannung" und Auflösung desselben (vgl. auch Seele und 1912). Nach EUCKEN sind N. und Geist (s. d.) die „Hauptstufen einer großen Bewegung des Der Naturprozeß zeigt die Wirklichkeit „vereinzelt, zersplittert, (Die Einheit des Geisteslebens, 1888, S. 7 ff.). Nach MÜNSTERBERG ist die N. ein „erstarrtes Wollen" (Philosophie der Werte, 1908, S. Nach WUNDT ist sie „Vorstufe des Geistes, also in ihrem eigenen Sein Selbstentwicklung des Geistes". Die N. als In- begriff der Objekte und ihrer äußeren Relationen ist eine Seite der einheit- lichen Wirklichkeit (System d. Philos. 1907, S. 16; II). Als Erscheinung eines Geistigen betrachten die N. FECHNER, PAULSEN, HEYMANS in d. Metaphysik, 1905, S. 176 ff.), LIPPS (vgl. Naturwissenschaft u. Weltanschauung, 1906, S. 117 ff.), E. v. HARTMANN, CARLYLE, EMERSON („objektiv-reale, raumzeit-
back to the  book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Handwörterbuch der Philosophie