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Handwörterbuch der Philosophie
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Natur. Erscheinung", „Manifestation des Weltwesens"; N. u. Geist, 1907), LOTZE U. a. (vgl. Spiritualismus, Monade). Betreffs SCHLEIERMACHER S. Sitt- lichkeit. Der erkenntnistheoretische Idealismus (s. d.) betrachtet die N. als In- begriff objektiver „Erscheinungen" (s. d.) oder als gesetzlich verknüpften sammenhang von Bewußtseinsinhalten (s. Objekt, Ding, Körper). Nach KANT ist N. der „Inbegriff aller Dinge, insofern sie Gegenstände unserer Sinne, hin auch der Erfahrung sein können, worunter also das Ganze aller Er- scheinungen, d. i. der Sinnenwelt, mit Ausschließung aller nicht sinnlichen Objekte, verstanden wird" (Metaphys. Anfangsgründe d. Naturwissensch., Vor- rede, S. III). N. ist das „Dasein der Dinge, sofern es nach allgemeinen Ge- setzen bestimmt ist" (Prolegomena, 14). Die gesetzliche Ordnung, welche das Gegebene zu einer „Natur" macht, ist nicht „gegeben", besteht nicht an sich, sondern ist bedingt durch die Gesetzlichkeit des erkennenden Bewußt- seins, aber unabhängig von der Subjektivität der Individuen (s. Objektiv, Ge- setz). „Die Ordnung und Regelmäßigkeit . . . an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir hinein." Ohne „Verstand", d. h. ohne trans- zendental-logische d.) Bedingungen, Voraussetzungen objektiver Erkenntnis gäbe es keine Natur als solche, d. h. „synthetische Einheit des der Erscheinungen nach Regeln", Zusammenhang der Er- scheinungen und deren Bestimmungen (Krit. d. rein. Vernunft, S. 134 ff.). Ähnlich lehren die (s. d.). Nach P. NATORP Z. B. ist N. die „Ordnung des Geschehens unter Zeitgesetzen des Geschehens" (Sozial- pädagogik2, 1904, S. 35), nach K. LASSWITZ „dasjenige, was durch syste- matisches Denken als räumlich-zeitliche Erscheinung objektiviert, d. h. begrifflich fixiert und dadurch gesetzlich garantiert (Geschichte d. Atomistik, 1890, I, 80). Nach LIEBMANN ist die N. „allwaltende Ge- setzlichkeit in der verwirrenden Überfülle der Einzelfälle, ordo ordinans, objek- tive Weltlogik" (Zur Analysis d. Wirklichkeit2, 1880, S. 267 ff.; 4. A. 1911; Gedanken u. Tatsachen, 1882 ff., I, 123 ff.). Vgl. COHEN, Logik, 1902. Gegenüber der Geschichte, die ein „stets fortschreitendes, neue Gestal- tungen der Wirklichkeit erzeugendes Geschehen" ist, ist die N. nach F. HARMS „die Erhaltung dessen, was durch stets in gleicher Weise wirkende Kräfte ent- steht" (Psychologie, 1878, S. 81). Nach RICKERT ist die N. „die Wirklichkeit mit Rücksicht auf ihren gesetzmäßigen Zusammenhang", während sie sachlich die Wirklichkeit abgesehen von allen Wertbeziehungen zur Kultur ist (Die Grenzen der naturwissenschaftl. Begriffsbildung, 1895 ff., S. 267, 589; s. Ge- schichte). Vgl. BOYLE, Tractatus de ipsa natura, 1682; STURM, naturae, 1692 (vgl. G. BAKU, Zeitschr. f. Philos. 98. Bd.); ROBINET, De la nature, 1761, 1766; C. G. CARUS, Natur u. Idee; L. OKEN, Lehrbuch d. Naturphilos.2, 1831; 3. A. 1843; SCHLEIERMACHER, WW. 1835—64; A. GÜNTHER, Antisavarese, hrsg. von P. Knoodt, 1883 (Die Natur, das „Eine in Vielen", ist die Substanz Dinge, und entfaltet sich schließlich zur Psyche als Lebens- und niederes seelisches Prinzip, im zum immateriellen Geist); NOVALIS, Schriften, hrsg. von J. Minor, 1907; J. ST. MILL, Nature, 1874; DRIESCH, Naturbegriffe und Natururteile, 1904; Philosophie des Organischen, 1909; Bericht über III. intern. Kongreß f. Philos., 1909 (die Natur umfaßt nicht bloß mechanische Vorgänge); HARMS, Metaphysik, 1885; W. BÖLSCHE, ist die Natur?, 1907; DRIESCH, Ordnungslehre, 1912; A. BIESE, Die Entwicklung
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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