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468 Pädagogik.
P ist das Zeichen 1. für das Prädikat (s. d.) eines Urteils, 2. für
Oberbegriff des Schlusses, 3. die „conversio per accidens (s. Konversion).
Erziehungkunst, Wissenschaft von den Prinzipien und
Methoden der Erziehung des (jugendlichen) Menschen nach allen Richtungen
der menschlich spezifischen Vervollkommnung im Sinne des (historisch-sozial
bedingten aber zuoberst allgemeingültigen) Menschheitsideals. Die Ziele der
Erziehung gibt die Ethik und die Kulturauffassung (Kulturphilosophie), während
die Psychologie die Handhabe für die richtige, zweckmäßige Beeinflussung des
Menschen gewährt. Einer Erziehung bedarf nicht bloß der Intellekt, sondern
auch das Gemüts- und Willensleben, sowie das sittliche und soziale Empfinden
und Wollen (Moralpädagogik).
Die P. ist eine, wenn auch von der Psychologie und Philosophie beein-
flußte praktische Wissenschaft, die hier nur gestreift werden kann.
Pädagogische Lehren finden sich (von Philosophen, Psychologen usw.)
bei PLATON (Republ.: Erziehung in den Dienst des Staats gestellt, „Sozial-
pädagogik"), ARISTOTELES (Politik VIII: Physische, intellektuelle und sittliche
Bildung zu tüchtigen Staatsbürgern), CICERO, SENECA, QUINTILIAN U. a. In
neuerer Zeit bei MELANCHTHON, J. STÜRM, F. BACON, RATICHIUS, J. A. COME-
(Didactica magna, 1657, u. a.: Induktive Methode, Realien), J. LOCKE
thoughts concerning education, 1693: Naturgemäße, harmonische Er-
ziehung), ROUSSEAU (Emile, 1762; naturgemäße, individuelle Erziehung), A. H.
FRANCKE, BASEDOW (Nützlichkeitsstandpunkt, SALZ-
MANN, JEAN PAUL (Levana, 1807), KANT (Vorles. über Pädagogik, 1803),
PESTALOZZI (Ausgang von der Anschauung und deren Formen, harmonische
Ausbildung, Selbständigkeit; Schriften, 1819-26; 1898 ff.), FICHTE (National-
und Sozialpädagogik; nur durch innere Umwandlung kann das deutsche Volk
sich wieder erheben; Erziehung ist Staatssache, sittlich-nationale Erziehung;
Reden an die deutsche Nation, 1808), HEGEL (vgl. G. Thaulow, Hegels An-
sichten über Erziehung u. Unterricht, 1853—54), SCHLEIERMACHER (Pädagog.
Schriften2, 1876), (Erziehungs- und Unterrichtslehre, 1835-36; 4. A.
1876; Schüler: DRESSLER, DITTES U. a.), HERBART (Sittliche Ziele der Er-
ziehung, Bedeutung des Interesses, Unterscheidung von „Regierung", „Unter-
richt" und „Zucht"; Umriß pädagog. Vorlesungen, 1835; 2. A. 1841; All-
gemeine Pädagogik, 1806; Pädagogische Schriften, hrsg. von Willmann, 2. A.
und seine Schule: TH. ZILLER (Allgemeine P., 1892;
TH. STOY, H. KERN, OSTERMANN, H. SCHILLER, W. REIN
(P. im 1903; P. in systematischer Darstellung, 1892;
Handbuch der P., 2. A. 1904 ff.), WILLMANN (Pädagog.
Didaktik als Bildungslehre4, 1909; Die Erhebung der P. zur Wissenschaft,
1898) u. a. — Auf neuerer, zum Teil der experimentellen, Psychologie basieren
die Arbeiten von SPENCER (Education, 1861, deutsch 1910), JAMES (Talk to
Teachers, 1899; deutsch 1900), L. STRÜMPELL (Psycholog. P., 2. A. Pädagog.
Abhandlungen, 1894), W. MÜNCH (Neue pädag. Beiträge2, 1896;
pädagogik2, 1908; Kultur u. Erziehung, P. BARTH (Elemente der Er-
ziehungs- u. Unterrichtslehre4—6, 1912; Gesch. der Erziehung, 1911), E. DÜRR
in die P., 1898), PAULSEN (Gesammelte pädag. Abhandlungen, 1912;
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften