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Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
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476 Paralogie — Paralogismus. enthalten, weil ja hier von jenem abstrahiert ist; hieraus folgt, daß die und Zweckbegriffe außerhalb des Parallelismusgebietes liegen (Grundriß Psychol.5, 1902, S. 389 ff.; System d. Philos. Grundz. d. phys. Psychol. 1903, S. 769 ff.). Ähnlich G. F. LIPPS, HELLPACH, E. KÖNIG f. Philos. Bd. 15), B. KERN, R. EISLER (Leib u. Seele, 1906; Geist u. Körper, 1911) u. a. Nach MÜNSTERBERG ist der P. ein universales Postulat (Grundz. d. Psychol. I, 1900, 435, 492). Den P. ferner FOUILLEE, HEYMANS (Zeitschr. f. Psychol., Bd. 17), ZIEHEN, E. MACH, PETZOLDT (Das 1912; Archiv f. Philos., 1902), H. CORNELIUS, TH. LIPPS, KREIBIG, J. SCHULTZ, HODGSON, HUXLEY, LEWES, RIBOT, FLOURNOY, SPAULDING, SEMON, FOREL (S. Identitätstheorie) u. a. Gegen den P., bzw. für die Wechselwirkungstheorie (s. d.) sind SIGWART (Logik II2, 1889-93, 518 ff., 4. A. 1911), KÜLPE (Einleit. in d. Philos.4, 1908, S. 215 STUMPF, ERHARDT, WENTSCHER, MOSKIEWICZ, JAMES (Principles of 1890, ff.), HÖFLER, BERGSON (Revue de et de morale, Geist), L. BUSSE (Geist u. Körper, 1902) u. a. — Vgl. SPAULDING, Beiträge zur Kritik des psychophys. Parallelismus, 1900; P. Der moderne 1901; G. MOSKIEWICZ, Der moderne 1901; E. BECHER, Zeitschr. Psychol., Bd. Gehirn u. Seele, 1911; A. MÜLLER, 1. c, Bd. 47; B. KERN, Das Wesen des Seelen- und 1907; EBBINGHAUS, Grdz. d. Psychol. I2, 1905; Abriß der 1909; A. KLEIN, Die Theorien von Leib u. Seele, 1906; L. Kennisleer contra 1912 (Parallelist). — Vgl. Identitätsphilosophie, Wechselwirkung, Seele, Leib. Paralogie (nagaXoyla): Vernunftwidrigkeit; auch ein psychopathischer Zustand, in welchem die auf Fragen gegebenen Antworten in keinem Zu- sammenhange mit diesen stehen (vgl. HELLPACH, Die Grenzwissenschaften der Psychologie, 1902). Paralogismus Fehlschluß, auf einem Denkfehler be- ruhend. Es gibt verschiedene Arten der Paralogismen (vgl. Trugschluß). Transzendentale Paralogismen („P. der reinen Vernunft") sind nach KANT Fehlschlüsse, die einen „transzendentalen" (s. d.) Grund des Irrtums haben, die „in der Natur der Menschenvernunft" gegründet sind und eine „unvermeidliche, obzwar nicht unauflösliche Illusion bei sich führen". Es sind Fehlschlüsse der rationalen (metaphysischen) Psychologie, welche die bloß formale, transzendental-logische Einheit des Bewußtseins, die nur eine „Ein- heit im Denken" ist, mit einer Anschauung verwechselt und dann auf sie die Kategorie der Substanz anwendet, wodurch diese Einheit als substantielle, ein- fache, immaterielle Seele aufgefaßt wird. Die logische Einheit des sowie die Identität des Selbstbewußtseins ist nur eine „formale Bedingung" meiner Gedanken und ihres Zusammenhanges, beweist aber nicht die numerische, Identität meines Subjekts, nicht die derselben (1. u. 3. Paralog.). Das „beständige logische Subjekt des Denkens" ist nicht die Erkenntnis eines realen Subjekts, einer Substanz, von der wir in uns nichts wissen (1. Paralog.). Ferner ist die Einfachheit des Selbstbewußtseins noch nicht eine Erkenntnis der Einfachheit einer Seelensubstanz (2. Paralog). Ohne Anschauung gibt es keine reale alle unsere Anschauung ist da wir vom über- sinnlichen Subjekt des Denkens keine Anschauung haben, so gibt es keine Erkenntnis desselben als einer einfachen Seelensubstanz. Dem 4.
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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