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Handwörterbuch der Philosophie
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490 Philosophie. sich insbesondere mit Gott, der der Seele, dem Menschen und dessen Handeln beschäftigt und die letzten Gründe des Gegebenen aufsucht und er- örtert. So bei DESCARTES (Princip. philos., praef.), F. BACON (De dignitate et scientiarum II, 1; III 1 HOBBES (Erkenntnis der Dinge aus ihren Ursachen, De corpore c. 1, 2 1). Nach CHR. WOLFF ist sie „eine Wissenschaft aller möglichen Dinge, wie und warum sie möglich sind" entia possibilium, quatenus esse possunt", Philos. rationalis, § 29). Auf Erkenntnistheorie basieren die Ph. LOCKE, BERKELEY, HUME und besonders KANT, der dem Dogmatismus (s. d.) den Kritizismus (s. d.) gegen- überstellt. Die Ph. ist nach ihm eine apriorische Vernunfterkenntnis aus bloßen Begriffen, die Wissenschaft von den Voraussetzungen und Bedingungen des Erkennens und Handelns und zugleich das „System philosophischer Er- kenntnis" (s. Transzendentalphilosophie, Metaphysik). Dies ist der „Schul- begriff" der Ph. Ihrem „Weltbegriff" nach ist sie „die Wissenschaft von der Beziehung aller Erkenntnis auf die wesentlichen Zwecke der menschlichen Vernunft". Der Philosoph erscheint als „Gesetzgeber der menschlichen Vernunft", als „Lehrer im Ideal". Die „reine" Ph. ist „Erkenntnis aus reiner Vernunft", die „empirische" ist „Vernunfterkenntnis aus empirischen Prinzipien". Die „Philosophie der Natur" geht auf alles, was da ist, die „Ph. der Sitten" auf das, was da sein soll (Krit. d. rein. Vernunft, S. 633 f.). Bei FICHTE wird die Ph. zur „Wissenschaftslehre" (s. d.), zur „Erkennt- nis, die sich selbst werden sieht", zur „genetischen Erkenntnis" oder „Er- kenntnis der gesamten Erkenntnis" (WW. IV, 379; vgl, I 1, 434). Nach SCHELLING ist sie „absolute Wissenschaft", „Wissenschaft des Absoluten", Er- kenntnis der Dinge, wie sie in der Vernunft sind (System d. transzendentalen Idealismus, S. 78, 96; WW. I 4, 115). Als „Wissenschaft des Absoluten" •definiert sie auch HEGEL (Enzyklopäd. § 14); formal ist sie „denkende Be- trachtung der Gegenstände" (1. c. § 2). Sie ist „die sich denkende Idee, die wissende Wahrheit" (§ 574). Sie hat das zu begreifen, was ist, ist „zeitloses Begreifen" der Dinge (Naturphilos., S. 26). Ihre Methode ist die Dialektik d.). — Nach SCHOPENHAUER ist die Ph. „Wissenschaft in Begriffen", deren Aufgabe ist, „das ganze Wesen der abstrakt, allgemein und deutlich in Begriffen zu wiederholen" (Die als Wille u. Vorstellung 1. Bd., § 68). Sie ist ein „Mittleres von Kunst Wissenschaft, oder vielmehr etwas, das beide vereinigt" (Neue Paralipomena, § 28). — Nach HERBART ist die Ph. die Wissenschaft von der „Bearbeitung der Begriffe" (Lehrbuch zur Einleit. in die § 4; s. Metaphysik). Als allgemeine Prinzipienwissenschaft und Weltanschauungslehre wird die Ph. vielfach bestimmt. So ist sie nach A. COMTE das Gesamtsystem der menschlichen Erkenntnisse (Cours de philos. posit. 5), nach H. SPENCER „total vereinheitlichte Erkenntnis" (First Principles, § 37), nach UEBERWEG „Wissenschaft der Prinzipien" (vgl. Zeitschrift f. Philos. Bd. 42), nach PAUL- SEN der „Inbegriff aller wissenschaftlichen Erkenntnis" ihrer Einheit nach (vgl. Kultur der Gegenwart I 6, 392). Nach WUNDT ist sie die „allgemeine Wissen- schaft, welche die durch die Einzelwissenschaften vermittelten allgemeinen Er- kenntnisse zu einem widerspruchslosen System zu vereinigen hat". Ihr Zweck ist die „Zusammenfassung unserer Einzelerkenntnisse zu einer die Forderungen des Verstandes und die Bedürfnisse des Gemütes befriedigenden und Lebensanschauung" (System d. Philos. 1907; Einleit. in d. Philos., S. 16 ff.;
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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