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498 Plerotismus —
zum Leere), der chaotischen Leere. Vgl. W. SCHULTZ,,
Dokumente der Gnosis, 1910.
Plerotismus (xb das Volle): Lehre von dem stetigen Erfülltsein
des Raumes mit Materie, im Gegensatz zum Atomismus (s. d.). Vgl. J. SCHULTZ,
Die Bilder von der Materie, Die Maschinentheorie des Lebens, 1910. VgL
Stetigkeit.
Pluralismus (plures, mehrere): Mehrheits- oder
(z. B. im Mittelalter die von manchen vertretene Lehre von der Mehrheit
substantialer in einem Wesen, oder die Annahme einer Mehrheit von
ist, metaphysisch, die Lehre, daß das Seiende, die Wirklichkeit
einer Vielheit relativ selbständiger, einzelner Wesen besteht (metaphys. Indivi-
dualismus), während für den Singularismus („Monismus", s. d.) die
nur Schein oder Erscheinung ist. Der gemäßigte ist mit dem gemäßigten
„Monismus" vereinbar, wenn man annimmt, daß es zwar Einheiten gibt, die
im Verhältnis zueinander relativ gesondert, selbständig, sind,
zugleich aber insgesamt Modifikationen einer oder
Momente" in einem einheitlichen All-Prozeß bedeuten (vgl. Einheit,
— Der dualistische riimmt real verschiedene geistige und materielle
Individuen an, der monistische Plur. nur eine Art von Individuen, ent-
weder nur körperliche oder nur seelische Einheiten, Atome oder Monaden
Materialismus, Spiritualismus, Energetik, Identitätstheorie).
Der Ausdruck „Pluralisten" stammt von CH. WOLFF. — KANT setzt den
„Pluralismus" dem Egoismus entgegen (Anthropol. I, § 2). Pluralisten sind
DEMOKRIT, LEIBNIZ, CHR. WOLFF, HERBART, LOTZE (gemäßigt),
HAECKEL U. a. — W. JAMES vertritt einen „Pluralismus", nach welchem die Wirk-
lichkeit immer neue Schichten und Seiten darbietet, so daß die Einheit des Seins
nicht am Anfang, sondern am Ende, als Ziel des Werdens, liegt
S. 83 ff.; An Pluralistic Universe, vgl. auch F. C. S. SCHILLER U. a.);
BOEX-BOREL, Le pluralisme, 1909; J. WARD, The of Ends or
and 1912. — Einen „Monopluralismus" vertritt H.
(Der Monopluralismus, 1907, S. 56). Vgl. Monade, Atom, Reale, Synaden
PARI: „Konstitutionalismus"), Voluntarismus.
(nvevpia, Hauch, ätherischer, feuriger Stoff, Geist).
bezeichnen das Prinzip alles Seins, den allem innewohnenden,
durchdringenden, alles aus sich gestaltenden, leben- und vernunftbegabten, sich
selbst bewegenden als Pneuma. Es ist ein ätherisches, zweckvoll wirk-
sames „Feuer" (nvg nvevpia voegov xal nvevpia
ist einerseits, als Einheit, vor der aus ihm gestalteten Gott (s. d.),
Weltseele (s. d.), die Weltvernunft (Xoyog), bald ohne seiend, bald sich in
eine von Einzeldingen verwandelnd (s. Apokatastasis, Pyrosis) und in
ihnen mit verschiedener Spannung (xövog) konkresziert (Diogen. Laert.
156; Stobaeus Ecloga I, 374; s. Seele).
Pneumatiker (nvevpia, Hauch, Geist): 1. Anhänger der Lehre vom
Lebenshauch (HIPPOKRATES U. a.); 2. nach den Gnostikerrn die vom christ-
lichen Geiste Erfüllten im Unterschiede von den Stoff) und
„Psychikern" (Psyche, Seele). — Pneumatismus = Spiritualismus (s.
ist z. B. die Lehre E. v. HARTMANNS.
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften