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Handwörterbuch der Philosophie
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508 CHR. WOLFF ist P., was den Grund eines andern enthält (Philos. § 866; s. Grund). HUME versteht unter „principles" sowohl allgemeine Sätze als Seinsgründe, REID oberste Grundsätze, die dem „Gemeinsinn" (common sense) angeboren sind und unbeweisbare, aber notwendige Wahrheiten („seif- evident truths" darstellen. Metaphysische Prinzipien sind der Satz der Kausa- lität und daneben gibt es noch und sittliche Prinzipien (Works, 1804, 1828—36). — Nach KANT sind Prinzipien, „synthetische Erkenntnisse aus Begriffen" (Krit. d. rein. Vern., S. 265 f.). Die „Kritik der reinen Vernunft" (s. d.) untersucht die Erkenntnis nach einheitlich-systematisch. Das oberste P. des Erkennens ist der Grundsatz der transzendentalen Apperzeption (s. d.), das des Handelns der kategorische rativ (s. d.; vgl. Axiom, Grundsatz). Nach COHEN U. a. ist das P. eine apriorische Grundlegung zur Erkenntnis im reinen Denken (vgl. Idea- lismus, Ursprung). — Nach HÖFFDING besteht die Wahrheit der Prinzipien in ihrer Gültigkeit und diese in ihrem „Arbeitswerte" (Der menschliche danke, 1911). Nach dem Prinzip der Dinge fragen besonders die philosophen. Nach THALES ist der Urgrund von allem das „Wasser", dem und zu dem alles wird, wie etwa das Leben aus feuchtem Samen hervor- geht (Diogen. Laert. I, 27; Stobaeus, Ecloga I, 290; Aristoteles, Metaphys. I 3, 983 b 20 ff.), nach ANAXIMANDER ist es das „Apeiron" (s. d.), nach die (beseelte, alles umfassende) Luft (Diogen. Laert. II, 2, 3; Aristot., Met. I 3, 984 a 5), ebenso nach DIOGENES VON APOLLONIA und IDAIOS von nach HERAKLIT das Feuer, das bald auflodert, bald erlischt und sich in Wasser und Erde verwandelt, als ein göttlicher, beseelter, vernünftiger Prozeß (s. Logos; xövde avxbv ovxe ftecov ovxe xal eoxiv xal nvg piexga xal bei Clemens Alexandr. V, 559; Laert. IX, 7; vgl. GORAS leitet alles aus der „Zahl" (s. d.) ab, ANAXAGORAS aus den „Homoeomerien" (s. d.) dem (s. d.), EMPEDOKLES aus den Elementen (s. d.) und aus Liebe (s. d.) und Haß, DEMOKRIT aus den Atomen (s. d.), PLATON aus den Ideen (s. d.), der Weltseele (s. d.) und der „Materie" (s. d.), ARISTOTELES aus Form (s. d.) und Materie (s. d.), neben denen er auch Ursache und Zweck als Prinzipien gesondert nennt (Metaphys. I, 3; V, 2; VIII, 4), die aus dem „Tätigen" und „Leidenden" bzw. aus dem „Pneuma",, der dem Stoffe immanenten Kraft (Diog. Laert. VII, 134), EPIKUR aus den Atomen (s. d.), PLOTIN aus dem göttlichen „Einen" (s. d.). In der Renaissance bestimmt PARACELSUS als Prinzipien der Körper „Schwefel", „Salz", „Quecksilber" (bzw. analoge Zustände; Meteor. S. 72 ff.), TELESIUS Wärme [und Kälte (De natur. rerum I, 2 ff.), ebenso CAMPANELLA (De sensu rerum II, 5). SPINOZA leitet alles aus der göttlichen „Substanz" (s. d.) ab, im Gegensatz zum Dualismus (s. d.) DESCARTES'; LEIBNIZ aus den „Monaden" (s. d.), FICHTE aus dem „Ich" (s. d.), SCHELLING aus dem „Abso- luten" (s. d.), HEGEL aus der „Idee" (s. d.), SCHOPENHAUER aus dem „Willen" (s. d.), HERBART aus den „Realen" (s. d.), E. v. HARTMANN aus dem „Un- bewußten" (s. d.), usw. Vgl. B. JORDAN, Beiträge zu einer Geschichte d. philos.. Terminologie, Archiv f. Gesch. der Philos. Bd. 24, 1911; STÖCKL, Lehrbuch d. Philos. II8, 1912. — VgL Spiritualismus, Materialismus, Monismus,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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