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524 Qualität.
der Dinge, Weltfeuer (s. von der Sphärenharmonie (s. d.) und
der Seelenwanderung. Pythagoreer sind PHILOLAOS, SIMMIAS, KEBES,
u. a.; verwandte Anschauungen haben zum Teil ALKMAION von
PASOS, EKPHANTOS, HIPPODAMOS, EPICHARMOS u.a.; dazu kommen die
pythagoreer (s. d.). Vgl. Fragmente der Vorsokratiker L; 2. A.
A. Das System der Pythagoreer, 1867; CHAIGNET,
et la philos. 1875; A. DÖRING, Archiv f. Gesch. der
Philos. V; W. BAUER, Der ältere P., 1897; W. SCHULTZ, Archiv f.
d. Philos., Bd. 21, 1908; TH. GOMPERZ, Griechische Denker I8, 1911. VgL
Einheit, Tetraktys.
Qualität (qualitas, Beschaffenheit, bestimmte Art und
des Seins, Eigenschaft (s. d.). Der Begriff der Q. ist ein Grundbegriff,
auf der Unterscheidung von Bestimmtheiten des Gegebenen beruht. Diese Be-
stimmtheiten, die wir den Objekten als Beschaffenheiten zuschreiben, sind zu-
nächst unmittelbar als Erlebnisinhalte gegeben (Sinnesqualitäten: rot, süß, hart
usw.), wobei aber wohl zu beachten ist, daß die Erlebnisse als Bewußtseinsvor-
gänge, als psychische Vorgänge, als Subjekt-Reaktionen nicht selbst die
täten ihrer Inhalte haben, daß also z. B. das Auftreten, Haben, Erleben einer
Qualität „rot" nicht selbst rot ist. Ursprünglich werden die Sinnesqualitäten
als objektiv, real aufgefaßt; später erkennt man die Abhängigkeit derselben
von den Organen und Funktionen des Subjekts und die Widersprüche, die sich
ergeben, wenn man sie den Dingen selbst (an sich) zuschreibt, die doch unter
äußeren Bedingungen dem Subjekt je nach dessen Verfassung bald
warm, bald kalt usw. erscheinen können. So werden die Sinnesqualitäten erst
zum Teil (die „sekundären" Qualitäten), dann ganz (die „primären" Qual.: die
unmittelbar wahrgenommene Ausdehnung, Härte, Druck usw.) „subjektiviert",
d. h. als bloße Zustände des Subjekts bestimmt, wobei man zum Teil dann
aber wieder einsieht, daß diese Qualitäten zwar nur für ein erlebendes Subjekt
(als „Abhängige" eines solchen) an den Dingen auftreten können, also nicht
doppelt vorhanden sind, daß sie aber doch objektiv bedingt, bestimmten
Eigenschaften, Verhaltungsweisen, Ordnungen, Relationen des Wirküchen
zugeordnet (und „angepaßt") sind. Die exakte Naturwissenschaft
führt die Qualitäten auf quantitative Bestimmtheiten, Verhältnisse der Objekte
zurück, um so das Verhalten der Dinge zu zu
geistig zu beherrschen. Die Psychologie (s. d.) hingegen betrachtet das Quali-
tative des Erlebens in dessen Unmittelbarkeit und Konkretheit, in dessen Zu-
gehörigkeit zum konkret-subjektiven Erlebniszusammenhang. Die Metaphysik
endlich kann, zum Zwecke des Verständnisses des Sinnes des Daseins, zur
Deutung desselben, auf das Fürsich- oder Innensein (relatives „An sich") der
Objekte zurückgehen und dieses als eine der psychischen analoge qualitative
auffassen (FECHNERS s.
Die rein quantitative Auffassung der Natur ist ebenso zweckmäßig wie ab-
strakt-einseitig.
Den Begriff der Q. erörtern allgemein schon PLATON (Theaet. A,
186 A) und ARISTOTELES, nach sie eine Kategorie (s. d.) ist
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften