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Qualität.
R. („primäre" und „sekundäre" Qu.; vgl. BAEUMKER, Philos.
XXI, 1908) u. a., vor allem LOCKE. Nach ihm sind Dichte, Ausdehnung,
Zahl objektive, ursprüngliche („original"), primäre
Qual., Farben, Töne usw. sekundäre („secondary") Q.; daneben gibt es noch
die Kräfte, mittelst deren die Körper aufeinander einwirken. Die Wahr-
nehmungen primären sind diesen ähnlich; die sekund. sind
der primären (Essay concern. hum. understand. II, K. 8, § 9 ff.).
BERKELEY (Principles, VIII ff.) und HUME (Treatise IV, sct. 3) gehen weiter
und lehren die Subjektivität (Idealität) auch der primären Qual., die von
sekundären unabtrennbar und von einer Art seien. Nach LEIBNIZ sind alle Quali-
täten Erscheinungen, ausgelöst durch seelehartige Wesen (s. Monaden). Nach
KANT sind die Qualitäten der „Stoff" zur Erfahrung, der als solcher nur sub-
jektiv ist, aber in einem „Ding an (s. d.) seinen Grund hat. Die Sinnes-
qualitäten sind bloße Empfindungen, nicht Beschaffenheiten der Körper, son-
dern nur Modifikationen der Sinne, Wirkungen der „besondern
des Subjekts (Krit. d. rein. Vern., S. 56 f.).
Durch JOH. MÜLLERS Lehre von den spezifischen Sinnesenergien Energie)
wird die Subjektivität der Qualitäten vielfach übertrieben, wenn auch die
Naturwissenschaft in der Regel an der Unterscheidung objektiver Bestimmtheiten
Dichte, Bewegung) von den subjektiven festhält (so auch
TH. BROWN, W. HAMILTON, SPENCER U. a.). Daß die Qual. Zeichen, subjek-
tive Symbole objektiver Verhältnisse sind, betonen HERBART, nach welchem
jedes „Reale" (s. d.) eine unveränderliche einfache Qualität besitzt
Metaphys. II, § 206 ff.), LOTZE, FECHNER, FOUILLEE, PAULSEN U. a., nach
welchen in den Dingen selbst etwas Qualitatives (ein Fürsichsein, Innensein),
HELMHOLTZ (Die Tatsachen in d. Wahrnehmung, S. f.), UEBERWEG,.
HÖFFDING, JODL, WUNDT (System d. Philos. Grdz. d. phys.
1903, f.; „subjektives Zeichensystem"), RIEHL, LIPPS, DILLES U. a.
den Sinnes-Qualitäten etwas objektiv Qualitatives entspricht, bzw. die
der Qualitäten selbst lehren v. KIRCHMANN (Katechismus d. Philos.8,
103 f.), WILLMANN, E. DÜHRING 1895, S. 276
A. FARGES, T. PESCH, H. (Das Wahrnehmungsproblem, 76, 369 ff.),
E. L. FISCHER (Grundfragen der Erkenntnistheorie, 1887, S. 70), A.
FRISCHEISEN-KÖHLER (Wissenschaft u. Wirklichkeit, 1912), BERGSON
et 1910, S. 63 ff.; creatrice, 1909, S. 325 ff.), PETZOLDT
(Das 1912), E. MACH (S. Element, Empfindung), AVENARIUS,
SCHUPPE, REHMKE, U. a., welche letzteren aber die Zuordnung der Qualitäten
(wie der Objekte überhaupt) zu Erlebnissen, bzw. zu Bewußtsein
(s. Objekt, Ding, Immanenzphilosophie). GRUITHUISEN, Von den Be-
schaffenheiten statt einer Metaphysik der Sinnlichkeit, WUNDT, Grundr.
d. Psychol.6, 1902, S. 37 ff. (s. Empfindung). Vgl. Begriff, Erscheinung
(STUMPF), Realismus, Empfindung, Modalität.
des heißt die Beschaffenheit Urteils hinsichtlich
der Bejahung und Vereinung des Prädikats (affirmative, negative, bzw. — nach
KANT — auch limitative Urteile). Von logischer Qualität ist schon im Index
MELANCHTHONS „Erotemata dialectices" die Rede.
cognoscitur ex affirmatione et (MICRAELIUS, Lex. philos. 1653, Sp.
390). Vgl. KANT, Krit. d. rein. Vernunft, S. 89; HEGEL, Enzyklop., § 172
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften