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Quodlibet — Hasse.
So bedeutet Qu. später das Feinste, Reinste, den Auszug, Extrakt, Inbegriff
Besten, des Wesentlichen (PARACELSUS U. a.).
Quodlibet (quod was beliebt) heißt bei den Scholastikern eine
Schrift, welche in Form von Fragen und Antworten verschiedene Probleme er-
örtert. „Quodlibetarier" sind HERVAEUS NATALIS (Quodlibeta, hrsg. 1513),
FR. MAYRONIS (Opera, hrsg. 1520) HEINRICH VON GENT (Quodlibeta theo-
logica, hrsg. 1518) u. a. Vgl. M. DE WULF, Geschichte der mittelalterlichen
Philosophie, 1913.
ist nach R. AVENARIUS das Symbol für jeden beschreibbaren Bestand-
teil der „Umgebung" des Aussagenden, für alles, was als Reiz einen Nerven
kann; f (R) = ein „partialsystematischer Faktor", d. h. die von einem
R. abhängige des „System C" (s. d.). VgL Kritik der reinen Er-
1888 f., I, 15, 26, 32, 68 ff.
Rabulistenbeweis: Scheinbeweis, auf Trugschlüssen beruhend.
Rache ist die aus verletztem Selbstgefühl und Zorn über erlittene
Schädigungen entspringende, triebmäßige Reaktion, welche auf Vergeltung des
Erlittenen abzielt, durch die ein Ausgleich der entstandenen Spannung bewirkt
wird. Im Dienste des Rechtes setzt der Staat, die Privatvergeltung ablösend,
Strafe (s. d.). VgL Ressentiment.
Radikal (radix, Wurzel): bis auf die Wurzel, durch und durch, von
aus („Radikalismus" in Theorie und Praxis). Vgl. Böse (KANT).
die Anhänger der logischen Neuerungen (s. Logik) des
PETRUS RAMUS, wie W. TEMPLE, J. STURM, J. CRAMER, F. FABRICIUS,
TH. FREIGIUS, A. SCRIBONIUS U. a. Antiramisten sind CARPENTARIUS,
FRISCHLIN, C. MARTINI, SCHEGK, SCHERB U. a. Semi-Ramisten:
ALSTEDIUS, GOCLENIUS U. a.
ist ein Klassifikationsbegriff und umfaßt eine Gruppe verwandter
Lebewesen mit gleichartigen Hauptmerkmalen, Anlagen, Dispositionen, Ten-
denzen, Gewohnheiten, gleichartigem, psychischem Habitus („Rassenseele",
„Rassengeist"). Von den ursprünglichen (Ur-) Rassen sind die sekundären, ab-
geleiteten Rassen zu unterscheiden, die nicht mehr in dem ursprünglichen
Milieu entstanden sind. Die Entstehung und Entwicklung der Rassen ist be-
dingt durch das Milieu (s. d.), durch Selektion (direkte und indirekte An-
passung), innere Faktoren, Kreuzung. Die Rassen unterscheiden sich z. Teil
hinsichtlich ihrer Anpassungs-, Entwicklungs- und Kulturfähigkeit. Unter
dem Einfluß des kulturellen, sozialen, historischen Lebens tritt der Rassen-
faktor an Bedeutung zurück, ohne daß er gänzlich verschwindet und ohne daß
eine planmäßige Kräftigung und Behütung der „Rasse" (als des Bio-
tischen im Menschen überhaupt) unnötig wäre („Eugenik", „Menschenöko-
nomie"). Vgl. KANT, Physische Geographie, hrsg. G. KLEMM, Allgemeine
Kulturgesch., S. 202 f. (Aktive u. passive Rassen); GOBINEAU, Versuch über die
Ungleichheit der Menschenrassen, 1898 (Rasse als Hauptfaktor der Geschichte);
JE. ST. CHAMBERLAIN, Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts I8, 1907, 16 ff.
Handwörterbuch. 34
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften