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Handwörterbuch der Philosophie
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zendentale") Bewußtsein (s. d.) als ideales Bezugssystem für alle menale Erkenntnis und deren Objekte (s. Bewußtsein, Subjekt, Objekt). Wille ist der durch apriorische, ideale Normen und Ziele sich selbst mende (theoretische oder praktische) Wille (vgl. Erkenntnis, Denken, lichkeit, Voluntarismus). Der Begriff des „Reinen" spielt eine Rolle bei den Py PLATON, PLOTIN U. a., als Freiheit der Seele von Schlacken des Mate- riellen, Sinnlichen (s. Katharsis). — Vom „reinen pure") und von „reiner Vernunft" („raison pure") ist schon bei LEIBNIZ Rede (Opera, Erdmann, 229 a, 230 b, 778 b), ferner bei CHR. WOLFF, der unter „reinem" Verstand den von den Sinnen und der Einbildungskraft gesonderten, abstrakt-deutlich denkenden Verstand meint Gedanken von Gott . . . I, § 282), HUME U. a. Von Wichtigkeit ist der Begriff des „Reinen" im kritischen wie ihn KANT begründet (vgl. Vernunft, reine; Kritizismus). „Rein" nennt alle Vorstellungen, „in denen nichts, was zur Empfindung angehört, wird" (Krit. d. rein. Vern., S. 39 ff.). Die „reine Form der Sinnlichkeit" „reine ist die rein formale Gesetzlichkeit der Ordnung und Ver- knüpfung von anschaulichen Daten zu möglicher Erfahrung. Das Denken" bezieht sich auf die Verknüpfung des Gegebenen durch die apriorischen Kategorien und Grundsätze, sowie auf die bloß „regulativen" (s. d.) Das „reine Ich" ist das Einheitlich-Identische der „transzendentalen Apper- zeption" (s. Ich, Apperzeption). Der „reine Wille" ist der „ohne alle Beweggründe, völlig aus Prinzipien a priori" bestimmte, autonome sittliche Wille (Grundig. zur Metaphys. der Sitten, 1. Abschn.). Das „reine Geschmacks- urteil" ist ein solches, auf welches „Reiz und Rührung keinen Einfluß haben (ob sie sich gleich mit dem Wohlgefallen am Schönen verbinden lassen), also bloß die Zweckmäßigkeit der Form zum Bestimmungsgrund hat" (Krit. der Urteilskraft, § 16 ff.). — Im Sinne des kritischen Idealismus (s. d.) das „Reine", Gesetzliche des Denkens COHEN (Logik, 1902), NATORP U. a. — Die „Dialektik" (s. d.) des von der Erfahrung unabhängigen, Wesen des an sich Wirklichen aus sich selbst heraus begrifflich den Denkens lehrt HEGEL, nachdem FICHTE das „reine" oder „absolute" Ich (s. d.) zum Quell der gesamten Erkenntnis gemacht hatte. Von „reiner Erfahrung" („pure experience") spricht schon HUME (Enquiry,. sct. V, 1). Als Ideal des Erkennens betonen dieselbe AVENARIUS, MACH, PETZOLDT U. a., während WUNDT, KÜLPE, RIEHL U. a. sie für eine Abstraktion erklären und auf die Notwendigkeit denkender Ergänzung und Verarbeitung der Erfahrung hinweisen (vgl. Empirismus, Erfahrung). — Dauer (BERGSON), Ästhetik (COHEN), Mathematik, Rationalismus. Reiz ist alles, was einen Organismus oder dessen Organe zur Reaktion antreibt, physiologische oder psychische Vorgänge in ihm auslöst, insbesondere- aber Empfindungen („Sinnesreiz", „Empfindungsreiz"). Im Organismus sind Spannkräfte, potentielle Energien latent, die durch die Reize nicht sondern nur ausgelöst, angeregt oder modifiziert werden, wobei eine „Anpas- sung" der Reaktion an die Reize zu konstatieren ist (vgl. Empfindung, spezifische). Die „Reizung" ist der Vorgang, der das Organ unmittelbar zur Funktion veranlaßt. Es gibt und innere (physiologische) Reize,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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