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Romantik Sache.
Romantik ist in philosophischer Hinsicht charakterisiert durch ihre
Wendung gegen den Rationalismus der Aufklärung, ihren historischen Sinn,
ihre Betonung des und Trieblebens, des Instinktiven, Irrationalen, der
Phantasie, der Aktivität des Ich und dessen Schaffen, der Verbindung des
Künstlerischen, Ästhetischen mit dem Denken, der „Intuition", der Einfühlung
in das universale Leben der Dinge („organische" Weltanschauung), ihren
Teil mystischen Sinn, u. a. Vorbereitet ist die R. bei HAMANN, HERDER,
zum Teil bei GOETHE. Der R. gehören an FR. SCHLEGEL, HÖL-
DERLIN, FICHTE (zum Teü), SCHELLING, SCHLEIERMACHER, SCHOPENHAUER
a. In der Gegenwart zeigen sich „neo-romantische" Tendenzen (MAETER-
LINCK, H. ST. CHAMBERLAIN, KEYSERLING, BERGSON, (Seele u.
1912), M. JOACHIMI (Die Weltanschauung der deutschen Romantik,
L. COELLEN (Neuromantik, 1906), JAMES U. a. (vgl. die Publikationen des Ver-
lags E. Diederichs). Vgl. SEILLIERE, Die romantische Krankheit, 1908; KRETZER, •
Imperialismus u. Romantik, 1909; EWALD, Romantik u. Gegenwart I, 1904;
L. STEIN, Phüos. Strömungen, 1908, S. 101 ff.; R. Die romantische
1906; BORCHER, Die Philosophie der R., M. KRONENBERG,
des deutschen Idealismus II, 1912. VgL THILLY,
and Philos. Review, 1913; R. HUCH, Die R.4, 1912.
Ruhe ist das Korrelat zur Bewegung, ist Mangel der Bewegung, der
Beharrung an demselben Orte. Es gibt nur relative Ruhe (s. Be-
in bezug auf ein bestimmtes System. Dynamisch ist R. als ge-
hemmte Bewegung aufzufassen. — Vgl. Werden, Ataraxie.
bedeutet: 1. das Subjekt des Urteils; 2. den Unterbegriff im Schluß;
3. als s in den Schlußmodi der drei letzten Schlußfiguren (Cesare, Camestres
usw.) die einfache Umkehrung Konversion); 4. bei R. AVENARIUS: alles
aus der „Umgebung" des „System C" (s. d.), was Veränderungen desselben be-
dingt (Krit. d. rein. Erfahrung, 1889 f., I, 32). Vgl. Vitaldifferenz.
heißt die dem römischen Priester Sabellius zu-
geschriebene Lehre, nach welcher Gott nicht aus drei Personen besteht, sondern
in drei Gestalten sich darstellt.
Sache (ursprünglich = Rechtssache, corporalis): Gegen-
stand, Ding, insbesondere unpersönliches Objekt des Handelns im zur
Person (s. d.). Nach KANT ist S. „ein Ding, was keiner Zurechnung fähig ist",
„ein jedes Objekt der freien Willkür, welches selbst der Freiheit ermangelt"
(Metaphys. der Sitten I, Einleit.; vgl. HEGEL, Rechtsphilos., hrsg. von G. Las-
son, 1911, S. f.). — Nach L. W. STERN ist die „Sache" ein „Existierendes,
das aus vielen Teilen bestehend, keine reale, eigenartige und eigenwertige Ein-
bildet,, und das, in vielen Teilfunktionen funktionierend, keine einheitliche,
zielstrebige Selbsttätigkeit vollbringt". Die S. die auch „Personen" (s. d.)
bestehen kann, ist Quantität, Vergleichbarkeit, mechanisch, restlos ersetzbar.
Der Sachstandpunkt („Impersonalismus") hat seine Berechtigung, ist aber ein-
(vgl. Personalismus; Person u. Sache, 1906, I, 13 ff.). — R. AVENARIUS
versteht unter der „Sache" ein „Positional", eine Setzungsform peripher be-
Erlebnisse (Krit. d. rein. Erfahr., 1889-90, II, 63 ff.).
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften