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594 Seelenwanderung Sein.
L 1869, S. 188 f.). Entschieden gegen die S. ist die
psychologie (s. d.).
Gegenwärtig spricht man meistens von verschiedenen Richtungen des*
Seelenlebens, wobei meist intellektuelles (Empfindung, Vorstellung),
(Gefühl der Lust und Unlust), volitionales Bewußtsein (Streben, Wüle)
schieden wird (LOTZE, HÖFFDING, KÜLPE, EBBINGHAUS, Grdz. d. Psychol.
167 f., JODL, JERUSALEM, KREIBIG, BALDWIN, SULLY U. a.). — Das
(s. d.) betrachten als das Primäre HORWICZ, ZIEGLER U. a., den Willen die
Voluntaristen (s. d.). — F. BRENTANO unterscheidet: Vorstellung,
Phänomene der Liebe und des Hasses; MEINONG: Vorstellen, Urteilen,
(Werttheorie, S. 39; so auch HÖFLER U. a.). — Vgl. WUNDT, Grdz.
d. phys. Psychol. I6, 1908, S. 11 ff. (vgl. Trieb); HÖFFDING, Psychol.2,
f.; LIPPS, Leitfaden der DYROFF, die
1908; JERUSALEM, Lehrb. d. Psychol.4, 1907; WITASEK, Grundr. der
1908; JODL, Lehrb. d. Psychol. I3, 1909, 172 ff., SPENCER, Psychol. I,
§ 404; BALDWIN, Handbook of Psychology 1890, S. 36 ff.; STOUT, Ana-
Psychology 1, 1896, 115 ff.; F. BRENTANO, Von der Klassifikation der
psychischen Phänomene, 1911. Vgl. Apperzeption, Akt, Element.
Seelenwanderung Metensomatose), heißt die von man-
chen angenommene wiederholte Verkörperung der Seele in verschiedenen Leibern
nach dem Tode wandert die Seele der Reihe nach durch andere menschliche oder
durch tierische u. a. Formen oder sie schweift von Gestirn zu Gestirn u. dgL
An eine S. glauben schon verschiedene Naturvölker. Die Lehre von der
findet sich bei den Ägyptern, in den indischen Upanishads (Brahmais-
mus), im Buddhismus, nach welchem es aber eine Erlösung von der
geburt gibt (s. Nirvana), bei den bei PHEREKYDES (Cicero,
put. I, 16), bei den Pythagoreern (Diogen. Laert. VIII, 31), EMPE-
DOKLES (1. c. VIII, 77), PLATON 49 E f., 92 B), PLOTIN,
VERGILIUS, den Manichaeern, in der bei LESSING,
(S. Palingenesie), J. B. MAYER (Die Idee der S., 1861), J. BAUMANN (Unsterb-
lichkeit und S., 1909), bei modernen Theosophen u. a. Vgl. ARISTOTELES,
De anima 2 (gegen die S.); G. IRHOVIUS, De palingenesia veterum seu
metempsychos., 1733; SCHLOSSER, Über die S., 1781; CONZ, Schicksale der
Seelenwanderungshypothese, 1791. Vgl. Unsterblichkeit, Tod, Präexistenz.
Sehen s. Gesichtssinn, Raum, Tiefe.
esse, essentia, existentia) umfaßt im
Sinne das S. als Kopula (s. d.), logische Bestimmung, als Wesenheit,
Existenz, als Realität, als Dauer, oft auch das Seiende selbst. Im logischen
Sinne ist Sein ein oberster, allgemeinster Begriff, der nicht etwa aus dem
Inbegriff der Erfahrungsinhalte abstrahiert ist, sondern die
Setzung (Position), Gesetztheit beliebiger Inhalte oder irgendeiner Be-
stimmtheit („Sosein") bedeutet, mag dieser Inhalt objektive Realität (s.
haben oder nicht. „S ist P" heißt allgemein: ein S wird als P
beide werden zueinander in Beziehung gesetzt; mag nun A real existieren
oder nicht, es für das Denken als ein von ihm als P Gesetztes, das An-
erkennung als seiend fordert und von dem in der Regel erwartet und
fordert wird, daß es in allem Denken so gesetzt wird, wofern dies die
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften