Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
Page - 596 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 596 - in Handwörterbuch der Philosophie

Image of the Page - 596 -

Image of the Page - 596 - in Handwörterbuch der Philosophie

Text of the Page - 596 -

596 SOKRATES den Begriff (s. d.). Ihm folgt PLATON, der das Seiende, die „Idee"' (s. d.) als Gegenstand des reinen Begriffs von den stets veränderlichen sinn- lichen Erscheinungen unterscheidet. Das Sein der Idee ist zunächst ihr zeit- loses Gelten, an dem die Erfahrungsobjekte nur „Anteil" haben (Methexis). Metaphysisch wird dieses Sein dann zu einem Enthaltensein der Ideen in einem „überhimmlischen Orte" (vgl. NATORP, Ideenlehre, S. 465 f.). Auch nach ARISTOTELES wird das Seiende im Begriffe (s. d.) erfaßt. Das Seiende hat an allen Kategorien (s. d.) Anteil, ist aber kein Gattungsbegriff, denn es hat keine Arten (Metaphys. III 3, 22; VII 1, 10 ff.; vgl. V, 7; VI, 4; XII, 8; vgl. Form, Substanz, Wesen). — Nach PLOTIN emaniert das Seiende aus dem „Einen" (s. d.) und ist Produkt des Geistes Indem das Eine sich anschaut, wird es Denken und Sein in Einem, so daß der Geist alles ist, das Seiende (als die „intelligible in sich befaßt, als ein ewiges Schaffen, sich des Einen (Ennead. 8, 10; V, 2, 1; V, 4, 2; VI, 2, 2; 8, 16 ff.). Als das absolut, wahrhaft, eminenter Seiende gilt oft Gott (s. d.). So nach GREGOR VON NYSSA, AUGUSTINUS (Confession. VII, 11); vgl. JOH. SCOTUS ERIUGENA, De division. natur. I, 3 ff. Die Scholastiker unterscheiden vom göttlichen S. („esse per essentiam"), durch das bloße Wesen schon Existieren, das ge- schaffene, endüche S. („esse participatum"), ferner meist Wesenheit (essentia) und Dasein (existentia; so schon AVICENNA; „essentia quod est", und „esse, quo est": U. a.). Daß das „ens" kein Gattungsbegriff ist, betont THOMAS VON AQUINO (Sum. theol. I. 3, 5 c; Contr. gentil. I, 25); es ist der Begriff, in welchen der Intellekt „alle Begriffe auflöst" („omnes conceptiones resolvit"). Wirkliche Existenz ist das reale Sein („esse reale"), von dem das gedachte Sein zu unterscheiden ist (vgl. Objektiv, Inexistenz, Intentional). Die „Univokation" (Gleichartigkeit) des allgemeinen Seinsbegriffes betont DUNS SCOTUS (vgl. MINGES, Philos. Jahrb., 1907). — Das absolute, unveränderliche S. schreibt SPINOZA der einen, göttlichen „Substanz" (s. d.) zu, zu deren Wesen die Exi- stenz notwendig gehört („ad naturam substantiae pertinet existere — ipsius essentia necessario existentiam", Eth. I, prop. VII; prop. XX). Das Existieren ist eine Vollkommenheit (prop. vgl. Ontologisch). — Nachdem DESCARTES das Vorbild alles Seins im denkenden Subjekt gefunden („cogito ergo sum"), weist LEIBNIZ darauf hin, daß wir den Begriff des Seins (Wesens) aus uns selbst haben („je voudrais bien comment nous pourrions avoir de si nous des et ne trouvions ainsi en nous", Nouv. Essais I, K. 2, § 23; vgl. TURGOT, Art. „Exi- stence"). CHR. WOLFF definiert Existenz als Aktualität oder als Erfüllung der Möglichkeit („complementum possibilitatis", Philos. rational., § 174). Wirklich ist vollständig bestimmte Ding. Ein Seiendes (ens) im Allgemeinen ist „alles, was sein kann, es mag wirklich sein oder nicht" (vgl. PICHLER, Über Chr. W.s Ontologie, 1910). Als das Sein an einem Orte und in einer Zeit be- stimmt die Existenz CRUSIUS (Vernunftwahrheiten, § 46). HUME betont, der Begriff der Existenz sei nicht von dem eines Gegenstandes verschieden; wir vorstellen, stellen wir eo ipso als existierend vor („whatever we conceive, we conceive to be existent"). Die Idee der Existenz fügt der Vorstellung eines Gegenstandes nichts hinzu no addition to it"; vgl. Treatise II, sct. 6; III, sct. 7). Letzteres lehrt auch KANT, nach welchem Existenz kerne Eigenschaft unter
back to the  book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Handwörterbuch der Philosophie