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Handwörterbuch der Philosophie
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774 Wirklichkeit. Gedanken von Gott . . . I, § Wirklich ist, „was in dem Zusammenhang der Dinge, welcher die gegenwärtige ausmachet, gegründet ist" (1. c. § 572). KANT unterscheidet W. von Realität (s. d.) rechnet erstere zu den „modalen" Kategorien, die sich auf das Verhältnis der Objekte zum Er- kennen selbst beziehen. Wirklich ist, nach dem zweiten „Postulat des rischen Denkens überhaupt", „was mit den materialen Bedingungen der Er- fahrung (der Empfindung) zusammenhängt". Die W. der Dinge ist aus bloßen Begriffen nicht zu ersehen (s. Ontologisch, Sein). Vor der Wahrnehmung kann man auch die Existenz von Dingen erkennen, wenn es mit Wahnehmungen nach den Grundsätzen der empirischen Verknüpfung derselben (s. Analogien) zu- sammenhängt; denn dann gehört das als existierend Gesetzte doch zu einer „möglichen Erfahrung" (z. B. der direkt nicht wahrnehmbare Äther). Die ob- jektiv-phänomenale W. der Dinge im Raum ist durch die äußere Wahr- nehmung unmittelbar gewährleistet, steht ebenso fest, wie die W. des (empirischen) Aber das beiden zugrundeliegende „Ding an sich" ist nicht gegeben, nicht Erkenntnisobjekt (Krit. d. rein. Vern., S. 206 f., 316 ff.). Vgl. COHEN, Logik, 1902, S. 108 ff., ff.; NATORP, Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910, S. 88 ff. (Bewährung des erst als möglich, als Hypothese Gesetzten im synthetischen Prozeß des Erkennens). — Nach HEGEL ist die ebenfalls eine (aber objektive) Kategorie. W. ist die gewordene Einheit des Wesens und der Existenz, oder des Innern und Äußern". Absolut wirklich ist nur die Totalität des Seienden, das Besondere ist wirklich nur als Moment und Erscheinung derselben, der in allem sich manifestierenden „Idee" (Enyklop. § 142; Logik II, ff.; vgl. Panlogismus). Von der absoluten unterscheidet die „gemeine" W. auch C. H. WEISSE (Grdz. d. Metaphysik, 1835, S. 436 Als das Wirkungsfähige bestimmen das Wirkliche SCHOPENHAUER Wille u. Vorstellung 1, § 4), E. v. HARTMANN (Kategorienlehre, 1896, S. 348 ff.; Begriff des „Überwirklichen"), DILTHEY, OSTWALD (S. Energie), RIEHL (Der philos. Kritizismus, II 2, 195; vgl. Zur in die Philos., S. f.: ein und dieselbe W. liegt den Subjekten und Objekten als „gemeinsame Quelle von Natur und Verstand"). Ferner B. ERDMANN, welchem die Gegenstände wirklich sind, „sofern in ihnen das Transzendente, Seiende, Wirksame als zugrundeliegend gedacht wird" (Logik 139 f.); vgl. LADD, A Theory of Reality, 1899, KREIBIG, Die intellektuellen Funktionen, 1909, S. 142, 299 f.; MEINONG, Die Erfahrungsgrundlagen unseres Wissens, 1906, S. 98 ff. u. a. (s. Transzendent). — Hingegen ist das objektiv Wirkliche ein Teil des Bewußtseinsinhalts selbst nach BERKELEY, FICHTE, M. GREEN (S. Immanenzphilosophie, Sein) u. a. anderen ist W. selbst Geist oder seelisch; so nach HEGEL, SCHOPENHAUER, FECHNER, LOTZE, J. BERGMANN, WUNDT, LIPPS (Philosophie u. W., 1909), CLASS, EUCKEN, MÜNSTERBERG, WEIDENBACH (Mensch u. Wirklichkeit, 1907), BRADLEY (Das Wirkliche ist „individual", harmonisierende Totalerfahrung), ROYCE, J. J. SCHULTZ (S. GUREWITSCH f. Philos., XI, 1908) u. a. (s. Spiritualismus, Voluntarismus, Panpsychismus, Monaden). Nach JAMES (Der Pragmatismus, 1908, S. 143 ff.), F. C. S. SCHILLER (Humanismus, 1911), BERGSON 1910), 1912), GOLDSCHEID U. a. ist die W. nicht abgeschlossen, sondern noch unvollständig, werdend, neu gestaltbar, modifizierbar.
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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