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Worttaubheit — Würde. 781
Neigung, Wörter, die etwas ganz Abstraktes bedeuten, so zu gebrauchen, daß
das Abstrakte hypostasiert, zu einem selbständigen Dinge gemacht wird, ist
groß und gegen diesen muß immer wieder kritisch-analy-
tisch vorgegangen werden (vgl. besonders F. MAUTHNER, Beiträge zu einer
Kritik der Sprache, 1901 f.; A. 1909 f.; Wörterbuch der Philosophie, 1910).
— VgL HOBBES, Leviathan I, 4; GOETHE, Sprüche in Prosa („Gegensinn",
der durch jedes Wort erregt wird; vgl. ABEL, Der Gegensinn der Worte);
STEINTHAL, Einleit. in die 1881, STRICKER, Studien
über die 1880.; B. ERDMANN, Logik 1907, ff.;
Archiv f. systemat. Philos. VII, 1903; Umrisse zur Psychologie des
1908; R. DODGE, Die motorischen Wortvorstellungen, 1896; DYROFF, Ein-
in die Psychol., 1908, S. 86 ff.; JERUSALEM, Lehrb. d. Psychologie4,
1907; UPHUES, Vierteljahrsschr. f. wissensch. Philos., 21. Bd.; H.
Zeitschr. f. Philos., Bd. 132, 1908; STÖHR, Leitfaden der Logik, 1905, S.
SIGWART, Logik I8, 1889/93, ff.; 4. A. 1911; STOUT, Analytic
1896, 1902, I, II, A. SIDGWICK, The of Words in
Reasoning, 1901; OFFNER, Das 1911; J. COHN, Zeitschr. für
Psychol., Bd. 15; P. BARTH, Zur Psychol. der gebund. und freien Wortvor-
stellungen, 1902; LEIBNIZ, Dialogus de connexione res et verba, Opera
cd. Erdmann, S. 72 (Die Zeichen sind willkürlich, haben aber doch in ihrem
Gebrauche etwas Unwülkürliches); K. ERDMANN, Die Bedeut. d. Wortes8,
1910. — Vgl. Name, Sprache, Bedeutungswandel, Satz, Begriff, Terminus, Ge-
dächtnis, Vorstellung, Psittazismus, Metapher, Allgemein, Verbum.
ist ein auf der Zerstörung einer Gehirnpartie (im Wer-
nickeschen, sensorischen Sprachzentrum) beruhender pathologischer Zustand,
bei welchem das Wortverständnis fehlt, der Sinn des Gehörten nicht erfaßt
wird. Analog dazu ist die Vgl. Alexie, Aphasie.
Wunsch ist ein durch die Vorstellung von Hindernissen des Handelns
oder der Verwirklichung eines Willenszieles gehemmtes, schwächeres Begehren.
Vgl. BENEKE, Lehrb. d. Psychol.», § 201; HÖFFDING, 1893, S. 446;
WUNDT, Grdz. d. physiol. Psychol. III6, 1903, 249. Vgl. Velleität, Traum
(als „Wunscherfüllung": S. FREUD).
Würde ist (philosophisch) personaler Wert, die Bedeutung, welche die
vernünftig-sittliche Persönlichkeit an und für sich hat, die sie zu einem Selbst-
zweck macht, ihr auch Pflichten auferlegt. Die „Menschenwürde" in jedem
zu achten und zu wahren, ist eine ethische Grundforderung.
Nach KANT hat W., „inneren Wert", was über allen Preis erhaben ist.
W. hat das vernünftig-sittliche Wesen, das „keinem Gesetze gehorcht als dem,
das es zugleich gibt", sie ist der Wert, den die „reine Menschheit" in jedem
uns verleiht (Grundleg. zur Metaphys. der Sitten, 2. Abschnitt). Nach SCHILLER
ist die W. der Ausdruck einer erhabenen Gesinnung, der „Beherrschung der
Triebe durch die moralische Kraft" (Über Anmut und W.). — Vgl. W. JERU-
SALEM, Einleit. in die Philos.6, 1913; Die Aufgaben des Lehrers an höheren
Schulen, 1912, S. 276 ff. (Menschenpflicht und Menschenwürde).
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften