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Handwörterbuch der Philosophie
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786 stehen daher notwendig in der Zeit. Bestimmtheiten zeitlicher Ordnung kann im „An sich" der Dinge etwas entsprechen, mag auch das absolut-trans- zendente, alles in sich befassende, positiv-unendliche Sein einen überzeit- Charakter haben, alle Phasen des zeitlichen Werdens zur einheit zusammenfassen. Zeitlos im rein logischen Sinne sind Geltungen und Gesetze, die abgesehen von aller zeitlichen Bestimmtheit oder auch für alle Zeit gültig sind oder gelten sollen (s. Wahrheit, Mathematik). Psychologisch wird die Zeitvorstellung teils aus der Wahrnehmung der Sukzession und Dauer abgeleitet (Empirismus: LOCKE, HUME, JAMES MILL, J. ST. MILL, CONDILLAC, BONNET U. a.), teils als ursprüngliche Eigenschaft von Bewußtseinsinhalten betrachtet (Nativismus), teils auf das Bewußtsein der psychischen Arbeit (der Aufmerksamkeit) zurückgeführt, teils genetisch aus der Verschmelzung verschiedener erklärt. — Nach HERBART ist die eine Reihenform, bei welcher die Wahrnehmungsfolge nicht umkehrbar ist (Lehrb. zur Psychol.8, 1887, S. 118 ff.; vgl. VOLKMANN, Lehrb. d. Psychol. II4, 1894/95, 13 f.). Nach SPENCER ist die Z. das Abstraktum aus allen Be- ziehungen der Lage zwischen aufeinanderfolgenden Bewußtseinszuständen (Psychol. II, § 337). — Eine angeborene oder ursprüngliche Eigenschaft ist die nach VIERORDT (Der Zeitsinn, 1868), KÜLPE (Grundr. d. 1903, S. 394 ff.), EBBINGHAUS (Grdz. d. Psychol. 457 ff.; 3. A. 1911), RIBOT, HODGSON u. a. Eine spezifische „Zeitempfindung" besteht nach E. MACH, nach welchem wir die Arbeit der Aufmerksamkeit als Zeit empfinden Vorles.4, 1910, S. ff.; vgl. Erkenntnis n. Irrtum, 1896, S. 417 ff.). Daß wir die Arbeit der Psyche (bzw. des Gehirns) als Z. wahrnehmen, lehren auch W. JAMES of Psychol., 1890, I, 605 ff.), JERUSALEM (Lehrb. d. Psy- chol.4, 1907) u. a. — Aufmerksamkeit und Muskelempfindungen liegen der Zeit- vorstellung zugrunde nach TH. BROWN (Lectures on the philos of human mind,, 297 ff., 19. ed. 1856), (Senses and Intellect, 1855, 4. ed. 1894, S. 106 ff.), MÜNSTERBERG (Beitr. zur experim. 1889/92, II, 13 ff.; 89 (Zeitschr. f. Psychol. IV, 1 ff.; XVII; XVIII; Psychol. Studien II), J. WARD, STOUT, BALDWIN, GUYAU (La de de S. 35 ff., Bewegungsanstrengung), FOUILLEE (Psychol. des idees-forces II, 1893,. 2. 1896, 81 ff.; die Zeitzeichen knüpfen sich an das Streben) u.a. — WUNDT ist die Zeitvorstellung ein Verschmelzungsprodukt von objektiven findungen mit qualitativen und intensiven Zeitzeichen (innere Tastempfindungen). Jedes Element einer zeitlichen Vorstellung nach dem unmittelbar gegebenen Eindrucke geordnet, nach dem „innern Blick- punkt" der Vorstellung (Grdz. d. physiol. Psychol. III6, 1903, 2 ff., ff.; Grundr. der 1902, S. ff.; vgl. E. MEUMANN, Philos. Auf einer Verschmelzung beruht die Z. auch nach TH. (Einheiten und Relationen, 1902, S. 51 f.; Leitfaden der Psychol.8, 1909). — Vgl. HÖFFDING, Psychol.2, 1893, S. 253 f.; JODL, Lehrb. d. Psychol. 203 ff. u. a., ferner: M. EJNER, Experiment. Studien über den Zeitsinn, 1889; L. W. STERN, Zeitschr. f. Psychol. XIII (Präsenzzeit); HÜTTNER, in: zur Psychol. u. Philos. I, 3. H., 1902; senso del NICHOLS, Journal of Psychol. IV; L. LANGE, Philos. Studien IV, V. BENUSSI, Archiv f. die gesamte Psychol., 1909 (Zeitvergleichung); P. SALOW, Psychol. Studien VII, 1911; ERDMANN U. DODGE, Psychol. über
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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