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Handwörterbuch der Philosophie
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Zuordnung — Zurechnung. 791 sachlosen, des außerhalb alles Kausalzusammenhanges Stehenden gibt es nicht in der so wenig wir imstande sind, alles Einzelgeschehen gesetzlich-ein- deutig festzulegen. — Vgl. ARISTOTELES, Physik II, 5—6 (s. Akzidens); LUCREZ, De rerum natura II, ff.; SPINOZA, Eth. I, prop. XXXIII, 1; IV, III (D. Zufällige beruht nur auf einem Mangel kausaler Erkenntnis; ebenso HOBBES, HUME, Treatise III, sct. 11); SCHELLING, WW. I 10, 101; II 2, 153 (Urzufall); HEGEL, Logik II, 205; Naturphilos., S. 36 f. (Das Zufällige als das nicht restlos in den Begriff Eingehende). Der Zufall als Zusammentreffen zweier Kausalreihen: J. ST. MILL, Logik, 1877, II, 55; SCHOPENHAUER, als Wille u. Vorstellung, I. Bd.; K. E. v. BAER, Studien auf dem Gebiete der Naturwiss., 1874, S. 71; RÜMELIN, Reden u. Aufsätze, 1875/1894, II, 130; CARNERI, Sittlichkeit u. Darwinismus, 1871, 2. A. 1903, S. 124; JODL, Z., Gesetzmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, 1911; WINDELBAND, Die Lehren vom Z., 1870, S. 22 Der Begriff des Gesetzes, 1908 (Der Z. ist das „vereinzelte Faktum" als solches; der Z. ist nur „ein Prinzip unserer Betrachtung, nicht ein Prinzip des Geschehens") u. a.; die Zufälligkeit in den Dingen selbst: COURNOT, JAMES, (vgl. Boelitz, Die Lehre vom Z. bei E. Boutroux, 1907) u. a. (s. Kontingenz). — VgL C. B. PETER, Das Problem des Zufalls in d. griechischen Philosophie, 1909; M. CANTOR, Das Gesetz im Z., 1877; L. La philos. de la contingence, Revue IX, 1901; C. Le hasard, DRIESCH, Ordnungslehre, 1912; E. J. HAMILTON, Erkennen und Schließen, 1912; STÖCKL, Lehrbuch der Philos. II8, 1912. Vgl. Akzidens, Gesetz, Notwendigkeit, Gottesbeweis, Wahrheit (LEIBNIZ), Zweck. s. Ordnung, Zahl, Wahrheit, Urteil, Parallelismus. (imputatio) ist die urteilsmäßige Zuordnung einer Tat zu einer Person als Ausfluß derselben, insbesondere als aus ihrem Willen, ihrer Absicht, ihrem Charakter oder ihrer Gesinnung entspringend (äußerliche, psychologische, ethische und strafrechtliche Zurechnung, bzw. Zurechen- barkeit). Zurechnungsfähig ist nur, wer über ein gewisses Maß von Bewußtheit um die Art und die Folgen seines Handelns verfügen kann und wen nicht unüberwindliche (etwa pathologische) Störungen und Defekte an dem Wollen und Ausführen einer Handlung hindern; es gibt volle und verminderte Zurechnungsfähigkeit, je nach dem Grade des den „freien", d. h. der Persön- lichkeit entspringenden Willen, Hemmenden. Verantwortlich ist für sein Tun oder Unterlassen jeder Zurechnungsfähige, von dem erwartet wird, daß er etwas rechtlich oder sittlich Gefordertes, Gesolltes hätte einsehen, und tun, etwas Verbotenes, Mißbilligtes hätte nicht wollen und unterlassen können. Von einem solchen Menschen fordert man, er solle für sein Ver- halten (und dessen Folgen) mit seiner Person eintreten, es rechtfertigen oder aber, falls dies mißlingt, eventuell dafür büßen. Vorausgesetzt wird die Möglichkeit, daß nach der als „normal" betrachteten psychologischen Gesetzlichkeit gewisse Vorstellungen des Sollens Motivationskraft erhalten konnten. Hatten sie trotz „normalen" Bewußtseinszustandes die nötige Motivstärke nicht, dann wird der Handelnde für „schuldig" befunden. Die Einsicht, daß nicht alle Hand- lungen allen Menschen sinnvoll zurechenbar sind, ist erst allmählich erwachsen. — Vgl. PLATON, Timaeus 86 B f.; ARISTOTELES, Eth. III, 7; V, 8; SCHOPEN- HAUER, Über die Freiheit des menschlichen Willens V; MEINONG, Werttheorie,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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