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800 Zweifel.
mutuell verbundener Energien" (gegen den „Biozentrismus" der Zielannahme).
Das Erhaltungs- und Systemgemäße ist „Korrespondenzmechanismus mit der
Umwelt", Anpassungsresultat. Eine exakte Erforschung der richtigen Mittel
zu richtigen Zwecken ist möglich notwendig (Annalen d. Naturphilos.
Entwicklungswerttheorie, 1908, S. 174 ff.; Höherentwicklung und
Menschenökonomie I, 1911, S. 103 ff.; vgl. L. GILBERT, Neue Energetik,
1911)* Ebenfalls ein Gegner des Vitalismus und der Teleo-
logie ist J. SCHULTZ. Das Geschehen ist stets rein kausal, sonst wäre
nicht mehr eindeutig bestimmt. Die Zweckmäßigkeit des Ablaufs wurzelt
nur in der angepaßten Struktur der Lebewesen (Die Maschinentheorie des
Lebens, 1909, S. 31 ff.). — Gegner aller Zweckursachen sind GOETHE, DARWIN,
SPENCER, BÜCHNER, CARNERI, HAECKEL, OSTWALD, NIETZSCHE (WW.
Zweckmäßigkeit als zufälliger Erfolg), K. VON RORETZ U. a. (s. Entwick-
lung, Selektion), nach welchen Zweckmäßigkeit das bloße Produkt kausaler,
bzw. rein mechanisch-energetischer wirkender Faktoren ist. — Vgl. EUCKEN,
Geistige Strömungen der Gegenwart, 1909; NATORP, S. 10,
STAMMLER, Die Lehre vom richtigen Recht, 1902 (s. Recht, Soziologie);
RICKERT (S. Geschichte); CASPARI, Der Zusammenhang der Dinge,
S. 114 ff. (kein Weltzweck); J. B. MEYER, Philos. Zeitfragen, 1870; KALISCHER,
Teleologie u. Darwinismus, 1878; A. MICHAELIS, Das Gesetz der Zweckmäßig-
keit im menschlichen Organismus, 1901; E. KÖNIG, Philos. Studien XIX;
ACHELIS, Archiv f. Geschichte d. Philos. IV; LINDENBERG, Die Zweck-
mäßigkeit der psychischen Vorgänge als Wirkung der Vorstellungshemmung,
1894; KÜLPE, Einleit. in die Philos.*, 1907, S. ff.; JODL, Zufall, Gesetz-
mäßigkeit, Zweckmäßigkeit, 1911; N. HARTMANN, Philos. Grundfragen der
Biologie, 1912; VAIHINGER, Die Philos. des Als ob, 1911; 2. A. 1913;
J. N. EHRLICH, Metaphysik, 1841 (Der Weltzweck ist ein moralischer, die
Verwirklichung des Guten, Schönen und Wahren als Bestimmung des
Menschen und aller vernünftigen Wesen); F. ERHARDT, Mechanismus und
Teleologie, 1890, S. 58 f. (Der Z. ist nur von Einfluß, indem er in den Ur-
sachen mit gegenwärtig und wirkend ist, also nicht als causa finalis, sondern
als causa efficiens; die causae finales sind eine Art der causa efficientes
selbst, es sind die teleologisch wirkenden organischen Kräfte); Enzy-
klopädie, 1910, S. 135 f., 238 SULLY PRUDHOMME et CH. RICHET, Le pro-
des causes 1907; KAUFMANN, La cause finale; MÖBIUS, Im
Grenzlande, 1905 (Überall Ziele, zuhöchst in der Weltseele, aber wir kennen
Zweck des Lebens nicht); REHMKE, Die Willensfreiheit, 1911 („Zweck-
ist das Wollen von Mitteln zu Zwecken, „Zweckbesonderung" die
konkrete Gestaltung eines allgemeinen Zweckes); STEINBÜCHEL, Der Zweck-
in der Philos. des Thomas von Aquino, TIETZE, Das Wesen der
Evolution, 1911 (antiteleologisch); H. SCHNEIDER, Philosophie vom aus
I, 1912. Vgl. Mechanismus, Seele, Psychisch, Pragmatismus, Norm, Wert,
Motiv, Geisteswissenschaft, Recht, Soziologie, Dysteleologie, Orthogenesis,
Selektion, Anpassung, Entwicklung, Leben, Organismus, Praktisch, Geschichte,
Fiktion, Theodizee, Teleologie, Kritizismus, Sollen, Lebensphilosophie.
Zweifel (dubitatio) ist der gefühlsbetonte psychische Zustand der Un-
des Schwankens zwischen mehreren Urteilsmöglichkeiten, deren
keine zur Geltung gelangt, weil kein genügend starker, zureichender Grund
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften