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Eins von den Dingen, auf welche baß dasige
Frauenzimmer am meisten hält, ist die Kleinheit
der Fuße. Das Mädchen, welches die kleinsten
Füßchen hat, wird vorzüglich geachtet, zumal wenn
alle andre Theile ihres Körpers verhältnißmäßig
geformt, zart und schön sind. Den gebornen eu-
ropäischen Spanierinnen werfen dieLiman e-
rinnen öfter vor, daß sie große Füßc haben.
In Lima befleißigt sich das Frauenzimmer schon
in der zarten Jugend, die Füße recht klein zu er-
halten, und zwängen sie deshalb frühzeitig in sehr
klelire Schuhe ein; daher man Mädchen unter ih-
nen antriffr, die schon fähig sind, zu heirathen,
und Füße haben, die kaum fünf und eincm halben
bis sechs Zoll (nach pariser Schuh gerechnet,) lang
sind. Bey kleinen Personen sind sie oft noch kür-
zer. Ihre Schuhe sind ihrer Form nach platt, und
haben entweder eine sehr dünne oder auch gar kei-
ne Sohlen; denn der ganze Schuh wird aus eincm
einzigen Stück Leder zugeschnitten und gcnähet, und
ist vorn nicht spitzig zugcformt sondern rund so wie
bey der Ferse, so daß er fast elncr Ziffer 8 gleich
sieht. Haben sie aber den Schuh angezogen, so
behält erdlese Gestalt nicht, sondern bekommt ein
dem natürlichen Form des Fußes ähnliches Anse-
hen. Die Frauenzimmer tragen auf den Schuhen
Schnallen mit Diamanten oder andern E?:!>M'i-
nen besetzt, je nachdem es ihnen Ihre Vcrmögens-
Umstände «rlauben. Die Schnallen dienen ihnen
etgent-
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Title
- Allgemeines Historien-Buch
- Subtitle
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Author
- Gottlob Täubel
- Location
- Wien
- Date
- 1796
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 31.0 x 50.3 cm
- Pages
- 632
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen