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und die Ihrigen ins grüßte Elend dadurch gestürzt
haben.
Das gemeine Volk ln Qui to, besonders aber
die Ind ianer , sind sehr zum Stehlen ge-
neigt. Sie verfahren dabey gemeiniglich auf eine sehr
listige Art. Kömmt z. B. ein Indianer in ein
Almmcv oder an einen andern Ort eines Hauses, und
er bemcrlt, daß niemand zugegen ist; so schleicht <r
sich ganz sachte hinzu, und nimmt gewöhnlich das
kleinste ober dasjenige Stück davon, von dem
«r glaubt, daß es den geringsten Werth hat, weil
tr in der Meinung sieht, daß es der Eigenthümer
nicht so leicht vermissen wird. Hat er es einmal in
die Tasche gesteckt und weis, daß ihn dabey niemand
gesehen hat, so läugnet er die That geradezu mit
«inem in der I n ca-Sprache höchst nachdrücklichen
Worte: Mang«, welches so viel heißt als: Oh-
ne Noth; ohne Vor the i l , ohne üble
Absicht; und bedient sich unzähliger Ausfluch-
te und Entschuldigungen, so daß man ihn, seinen
Reden nach, nicht für dm Thäter halten darf,
vb man schon sehr starke Vermuthungen hat, daß
tr der Dieb sey. Denn ein Indianer gesteht
niemals etr.'as.
Die Mestizen sind sonst feigherzig aber doch
kühn zu allerhand kleinern Oiebsiählen; es geschieht
oft, daß sie den Leutttt auf der Straße des Nachts
den
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von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Title
- Allgemeines Historien-Buch
- Subtitle
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Author
- Gottlob Täubel
- Location
- Wien
- Date
- 1796
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 31.0 x 50.3 cm
- Pages
- 632
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen