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begangen habe; denn sonst wurde er alles leugnen
,,nd nichts bekennen. Endlich wenn der Beicht-
vater lange in den Indianer gedrungen, ihn zu
überzeugen gesucht und dann versichert hat, daß er
ts schon wisse, und dieser solchergestalt gleichsam
in die Enge getrieben ist, so sängt er an, mit gro-
ßer Verwunderung dem Beichtvater zu gestehen,
daß es also sey, daß er Recht habe, und daß er
nicht wisse, wie es der Herr Pfarrer habe erfah-
len können — und fährt dann fort, die Ursachen
selnel begangenen Sünden zu entdecken und noch
mehr zu gestehen, als der Beichtvater zu wissen
nöthig hat. Wenn aber ein Indianer eine of-
fenbare Sünde begangen hat, so läugnct er sie aber
auch äußerst.selten. Sie haben gar keine Furcht
vor dem Tode. Der beschwerlichste Schmerz macht
keinen Eindruck aus sie; auch fürchten sie sich nicht
für eine nahe Gefahr. Ein Verbrecher aus ihnen,
lem die Todesstrafe zuerkannt worden, geht mit
tben der Gemüthsruhe und Gleichgültigkeit zum
Tode als zu einem Schmause. Der oft erwähnte
berühmte und schr glaubwürdige spanische Gelehrte,
Anton de Ulloa, erzählt, daß er auf seinen
Reisen im spanischen Amerika in der Provinzial-
Hauptstadt Quito, die wir oben beschrieben haben,
zwey Verbrecher, welche zum Tode vcruttheilt wa-
ren, selbst gesehen und ihr Betragen genau beob-
achtet hat. Der eine war einMestize oder M u-
latte, der andere em Indianer, Am Abend
vor
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Title
- Allgemeines Historien-Buch
- Subtitle
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Author
- Gottlob Täubel
- Location
- Wien
- Date
- 1796
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 31.0 x 50.3 cm
- Pages
- 632
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen