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fen sind. Reißen sie einmahl recht unter ihnen eln,
so sterben daran oft ganze Dörfer aus. Dieses
würbe aber nicht geschehen , wenn ihre Kranken die
gehörige Pflege genössen, und es ihnen nicht an gu-
ten Aerzten und Heilmitteln fehlte. Be» den Creo-
len richten sie keine solche Verwüstung an, wie-
wohl öfters auch viele aus diesen Geschlechte daran
sterben. Diese haben gemeiniglich mehr Wartung,
bessere Nahrungsmittel und keinen solchen Mangel
an Arzneyen als die Indianer, denen cs an al-
len diesen fehlt. Wie ihre Wohnungen und Klei-
dungen beschaffen sind, .haben wir oben schon er-
zählt ; denn ihr Bette ist im Kranken sowohl als
g<sunben Zustand auf einerley Art beschaffen. Die
Speisen verändern sic auch nicht, wenn sie trank
sind, ausgenommen in der Art, sie zu genießen.
Sie thun nähmlich ein wenig Matsch ka in ein
Gefäß, lassen es in Chicha zergehen, und geben
es dann dem Kranken zu trinken. Dieses ist ihre
beßte Nahrung, die sie kennen. Geschieht es ja,
daß einer von ihnen dieKrankheit übersieht, so ist
solches seiner starken Natur und nicht ihren äußer-
lichen Hilfsmitteln zuzuschreiben. Sie sind auch sehr
zum Bicho oder dem oben schon beschriebenen Tha-
lübel geneigt; doch können sie sich davon oft leicht
Nieder befreuen. Manckmal werden sie aych von ei-
mm sogenannten Fleckfieber befallen, wissen es aber
auch bald auf eine besondere Art z» heilen. Man
lücket nämlich den Kranken mit den beyden Fel-
len,
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Title
- Allgemeines Historien-Buch
- Subtitle
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Author
- Gottlob Täubel
- Location
- Wien
- Date
- 1796
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 31.0 x 50.3 cm
- Pages
- 632
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen