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Vor 1918
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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Page - 35 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 sozialer und ökonomischer Perspektive, als „Etappe auf demWege zur Errei- chungeinesZieles“dar:Der„VergesellschaftungderMenschheit“.33 Deren „Höherentwicklung“ lieferte also unter dem Gesichtspunkt eines „proletarischen Internationalismus“ und „historisch-materialistischen Evolu- tionismus“ hinsichtlich der Begriffe „Imperium“ und „Imperialismus“ ambi- valenteBefunde.Mindestens impliziertenBernsteinsAnalysen inBezugaufdie Donaumonarchie überdies, dass die Annäherung zwischen den Ethnien und KronländernÖsterreich-UngarnsgleichfallsdenWegzueinem„Commonwealth englischenZuschnitts“ zuebnen imstandewar. DiesenTransformationskonzepten,mitderenHilfevorwiegendsozialistische ,Vordenker‘ durchaus nicht immer imEinklangmit der Parteibasis gewisser- maßen ,imperiale Potenziale‘ kreativ umdeuteten, stand indes ein traditionel- leresHerrschaftsverständnis gegenüber, dass seinenepochenspezifischenAus- druckinderRedevom,Prestigeverlust‘derk.u.k.-Monarchiefand.DasGefühl, Stärke zeigen zumüssen, verbreitete sich speziell in denWiener Regierungs- kanzleienund in fortgesetztenDiskussionenüberdenAusbauderFlotte.34Be- merkenswert ist hinsichtlich dessen die tendenzielle Übereinstimmung mit Nationalitätenvertretern und Repräsentanten der Oppositionskräfte. Der Slo- weneAntonKorosecerblickte im„Trialismus“–einerZusammenfassungaller Südslawen „unter Habsburgs Zepter“ – etwa nicht bloß die Chance, die Do- naumonarchie zu festigen, sondern sich auch einen „Einfluß am Balkan zu verschaffen“.35Ganz allgemein fiel auf, dass die streitendenNationalitätenver- tretermit etwaigen innenpolitischen LösungenGroßmachtpläne verknüpften. DasPragerAbendblattvom27.Februar 1914 fragtedemgemäß imGefolgedes „Ausgleiches“ in Budweis, der dortigen Übereinkunft zwischen „Deutsch- österreichern“undTschechenaufkommunalerEbene,seineLeser:Eine„Kraft, welcheBudweis aufgebrachthat […], sollte sie nicht auch imStande sein, den Friedensgedanken zur Herrschaft zu bringen, einem siechen Körper zur ge- sundenKonstitutionzuverhelfenundhiemitunserenStaatzueiner führenden wirtschaftlichenGroßmacht, technischund finanziell gerüstet undgewappnet, mit einenüberdieganzeErdesicherstreckendenBetriebemporzuheben“?36 33 Arbeiter-Zeitung314(15.11.1912), S. 8. 34 DelegationdesReichsrates. 7. Sitzungder48.Sessionam16.12.1913,S. 368f. 35 DelegationdesReichsrates. 7. Sitzungder48.Sessionam16.12.1913, S. 20. 36 PragerTagblatt 47 (27.02.1914), S. 1. WardieHabsburgermonarchieein Imperium? 35
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Title
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Subtitle
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Authors
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
362
Keywords
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Categories
Geschichte Vor 1918
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen