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Fallstudie zu Outreach-Angebot im ländlichen Raum 239
diesen teilweise auch über Erfolge ihrer Vermittlungsbemühungen be-
richten, was ihre Akzeptanz in der Vermittlungsrolle selbstredend be-
stärkt.
• Die Möglichkeiten der Vermittlung zwischen den Jugendlichen und
anderen Stakeholdern im Sozialraum in einem Konfliktfall zeigten sich
durch die phasenweise prekäre Akzeptanz der JugendarbeiterInnen von
Seiten Letzterer stark limitiert. Die Einrichtung mobiler Jugendarbeit
wurde in der Folge unfreiwillig selbst zur Konfliktpartei und geriet kurz-
zeitig auch in die parteipolitischen Auseinandersetzungen im Vorfeld ei-
ner kommunalen Wahl. Aus den Gesprächen mit den Gemeindevertrete-
rInnen lässt sich erkennen, dass für die Rückgewinnung der Akzeptanz
durch das kommunalpolitische Umfeld, das auch Fördergeber ist, insbe-
sondere zahlreiche Gespräche auf Leitungsebene wesentlich waren, in
denen wieder ausreichend wechselseitiges Verständnis und Vertrauen
hergestellt werden konnte.
• Auch der Nachbarschaft gegenüber (hier v.a. im Form der Kirchennutze-
rInnen relevant geworden) erweist es sich von Vorteil, wenn sich die Ju-
gendarbeiterInnen vor Ort nicht allzu deutlich von deren Anliegen dis-
tanzieren, sondern Verständnis für ihre Sorgen und Beschwerden zum
Ausdruck bringen, ohne dadurch aber die Akzeptanz der Jugendlichen
aufs Spiel zu setzen. Hilfreich zeigen sich hierfür manchmal getrennte
Gespräche mit den unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen. Die Fallstu-
die deutet aber auch darauf hin, dass in hoch eskalierten Konfliktsituati-
onen die eigene kritisch-parteiliche Rolle für die Jugendlichen dem ver-
mittelnden Wirken Grenzen setzen kann.
• Inwieweit aus der Tätigkeit der Jugendarbeit im gegenständlichen Fall
auch positive Wirkungen für eine Reduktion der wiederholten Sachbe-
schädigungen am Kirchengelände ausgegangen sein könnten, lässt sich
auf Basis des gewählten methodischen Zugangs nicht valide beantwor-
ten. Die Ergebnisse der Sicherheitsmonitor-Auswertungen (das Gebiet
wurde in den ausgewählten Daten mit berücksichtigt) könnten dies an-
deuten (vgl. 15.4.). Allerdings ist dabei zum einen zu berücksichtigen,
dass unklar ist, inwieweit sich die von den JugendarbeiterInnen erreich-
ten Jugendlichen mit den Personen decken, die die Vandalenakte verüb-
ten. Zum anderen stellt es für die Einrichtung mobiler Jugendarbeit
selbst kein dezidiertes Ziel der Interventionen vor Ort dar, die Sachbe-
schädigungen zu reduzieren, dies wäre eher eine (wenn auch nicht uner-
wünschte) Nebenwirkung des Tuns mobiler Jugendarbeit.
Die sozialräumliche Fallstudie zum Outreach-Angebot am Jugendspielplatz
lässt mit großer Deutlichkeit erkennen, dass für die Wirkmöglichkeiten und
Wirkerfolge in der Vermittlung zwischen den Jugendlichen und anderen
AkteurInnen im Gemeinwesen eine grundsätzliche Akzeptanz der Jugendar-
beit durch die anderen eingebundenen AkteurInnen essenziell ist. Im gegen-
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Title
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Subtitle
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Author
- Hemma Mayrhofer
- Publisher
- Verlag Barbara Budrich
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Size
- 14.8 x 21.0 cm
- Pages
- 378
- Keywords
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Category
- Geisteswissenschaften