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Analyse institutioneller Vernetzungen als Beitrag zur Wirkungsevaluation? 281
sich das Regionalforum „Hernals Miteinander“ als ein Good Practice-
Beispiel für Vernetzung im Bezirk heraus. Die TeilnehmerInnen identifizier-
ten das niederschwellige Forum, das 4-6 Treffen pro Jahr realisiert, als „Er-
folgsstory“, da dadurch bereits viele unterschiedliche Projekte im Bezirk
initiiert und umgesetzt werden konnten. Die niederschwellige Vernetzungs-
möglichkeit wird bewusst sehr offen gehalten: Unterschiedliche Institutionen
und Personen des Bezirks, die Projektideen vorstellen möchten, können sich
daran beteiligen, es besteht auch keine Verpflichtung zu langfristigem Enga-
gement im Forum. Aktuelle Themen werden flexibel aufgegriffen, so berich-
ten die NetzwerkpartnerInnen, beispielsweise kam es 2015 zu einem Sonder-
gipfel zum Thema flüchtende Menschen. Die Vernetzungen unterstützen
dabei, durch informellen Austausch Synergien zu nutzen und sich wechsel-
seitig als Ressource zu erschließen – diese reichen von der Weitergabe nicht
mehr benötigter Möbel über das Bereitstellen räumlicher Ressourcen bis zur
Weitergabe von Knowhow und wechselseitiger Beratung.
Auf die Einrichtung mobiler Jugendarbeit bezogen wurde über das Regi-
onalforum beispielsweise die Zwischennutzung einer Baulücke als temporä-
rer Outdoor-Basketballplatz möglich. Gemeinsam mit anderen AkteurInnen
im Regionalforum, etwa der Bezirksvertretung, Gebietsbetreuung und der
Polizei, konnte diese Freizeitressource für Jugendliche zeitlich befristet er-
schlossen werden, der Basketballplatz erfreute sich großer Beliebtheit, so
berichteten die Workshop-TeilnehmerInnen. An weiteren aus dem Regional-
forum hervorgegangenen Aktivitäten wurden der alljährlich veranstaltete
„Nachbarschaftstag“ und diverse Vorträge, Informationsveranstaltungen etc.
zu unterschiedlichen Themen auf bilateraler Ebene genannt. Für die Zukunft
könnte sich eine Kooperation zwischen den Volkshochschulen und der Ju-
gendarbeit in Bezug auf Lernförderung für Jugendliche als interessant erwei-
sen, die am JA_SICHER-Workshop beteiligten Personen planen, diese Idee
näher zu prüfen.
Erschwerend erweist sich den Erfahrungen der TeilnehmerInnen zufolge
einerseits die Flüchtigkeit der Zielgruppe der Jugendlichen, wodurch es kaum
möglich sei, diese zu anderen institutionellen Playern „mitzunehmen“; hier
zeige sich große Flexibilität auf Seiten der kooperierenden Institutionen als
wichtig. In den Kooperationen seien zudem die verschiedenen Rahmenbedin-
gungen bzw. Arbeitsweisen der einzelnen Institutionen zu berücksichtigen,
diese können teilweise beachtlichen administrativen Aufwand und Vorpla-
nungsarbeit erforderlich werden lassen. Limitierend für Vernetzungen und
Kooperationen wirken sich ferner geringe Personalressourcen aus, von den
Workshop-TeilnehmerInnen wird in den letzten Jahren eine Verschlechterung
der personellen Ressourcenausstattung beobachtet, was das Engagement in
Vernetzungsforen zunehmend erschwere.
Diese im Workshop insgesamt gewonnenen Einblicke in das Regionalfo-
rum „Hernals Miteinander“ werden bestärkt und ergänzt durch das Ende
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Title
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Subtitle
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Author
- Hemma Mayrhofer
- Publisher
- Verlag Barbara Budrich
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Size
- 14.8 x 21.0 cm
- Pages
- 378
- Keywords
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Category
- Geisteswissenschaften