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Wirkungsevaluation anhand von Daten des Sicherheitsmonitors 289
Diese Orte sind daher so zu verstehen, dass hier Schwerpunkte der Tätigkeit
der mobilen Jugendarbeit stattfanden, deren Tätigkeit aber hier nicht endet.
Die acht Einsatzregionen liegen jeweils zur Hälfte in Wien und Niederös-
terreich. Zwei der niederösterreichischen Gebiete befinden sich im Bezirk
Gänserndorf, zwei im Bezirk Mödling. Diese Gebiete sind teils ländlich, teils
industriell geprägt und liegen in mittelbarer Nähe zur Großstadt Wien, wenn
auch mit unterschiedlich guter Verkehrsanbindung. Ihre sozioökonomischen
Strukturen sind sehr unterschiedlich: Teils liegen sie im sogenannten Wiener
Speckgürtel und weisen eine höhere Anzahl einkommensstarker Haushalte
auf, teils sind sie in ihrer sozioökonomischen Zusammensetzung stärker länd-
lich oder durch nahe Industriebetriebe geprägt. Im Falle eines mittelgroßen
Ortes wurde der Ortskern als Einsatzgebiet abgegrenzt, bei einer Bezirks-
hauptstadt ein eher peripher gelegener Ortsteil (Siedlung mit Einfamilienhäu-
sern), beim dritten und vierten Ort größere Teile des Ortsgebietes, da die Orte
insgesamt nicht sehr groß waren.
Zwei der Wiener Einsatzgebiete befinden sich in einem südlichen Bezirk,
die anderen beiden in westlichen Bezirken, wobei alle vier in Stadtteilen mit
höherem MigrantInnenanteil und eher einkommensschwachen Haushalten
liegen. Die westlichen Gebiete, die rund um zentrale Parks abgegrenzt wur-
den, durchlaufen allerdings seit einigen Jahren Gentrifizierungsprozesse. Ein
südliches Einsatzgebiet wurde ebenfalls rund um einen Park, der zentraler
Tätigkeitsort der JugendarbeiterInnen ist, abgegrenzt. Das zweite südliche
Gebiet betrifft einen größeren Wiener Gemeindebau, in dem es wiederholt zu
Beschwerden von AnrainerInnen über Jugendliche gekommen war.
Bei vier dieser acht Einsatzregionen – drei in Niederösterreich und einer
in Wien – begannen die Interventionen der mobilen Jugendarbeit nach dem
Beginn der Datenaufzeichnungen des Sicherheitsmonitors (200543). In den
anderen vier Regionen hingegen begann die mobile Jugendarbeit bereits vor
2005 ihre Tätigkeit, war also im Zeitraum, für den Daten zur Verfügung
stehen, durchgehend tätig. Für weitere Vergleiche wurden zusätzlich sechs
Regionen (je drei in Wien und Niederösterreich) ausgewählt, in denen im
gesamten Beobachtungszeitraum die mobile Jugendarbeit nicht tätig war –
und es auch keine anderen vergleichbaren Angebote gab, soweit sich dies
erschließen ließ. Bei der Auswahl wurde versucht, strukturell ähnliche Gebie-
te auszuwählen, dennoch dürften Unterschiede bestehen, über die keine ge-
naueren Kenntnisse vorliegen. Ein Überblick der Einsatz- und Vergleichsre-
gionen kann Tabelle 7 entnommen werden.
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43 Genau genommen begannen die Aufzeichnungen 2004, allerdings sind die Daten des ersten
Jahres nach Auskunft der Abteilung Kriminalanalyse des Bundeskriminalamtes nur unzu-
reichend mit denen der Folgejahre kompatibel, sodass übergreifende Berechnungen nicht
zuverlässig möglich gewesen wären.
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Title
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Subtitle
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Author
- Hemma Mayrhofer
- Publisher
- Verlag Barbara Budrich
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Size
- 14.8 x 21.0 cm
- Pages
- 378
- Keywords
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Category
- Geisteswissenschaften