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Wirkungsevaluation anhand von Daten des Sicherheitsmonitors 291
wurden in den vierzehn Regionen zwischen Jänner 2005 und August 2014 in
den ausgewählten Deliktgruppen 4.819 Delikte registriert (vgl. Tabelle 8,
Spalten „Alle 14 Regionen inkl. Erweiterung“). Diese Delikte wurden von
6.823 Tatverdächtigen – überwiegend (rund 83%) männliche Jugendliche
bzw. männliche junge Erwachsene – begangen. Daraus geht hervor, dass
einige Delikte mehreren Tatverdächtigen zur Last gelegt wurden.
Alle 14 Regionen 8 Einsatzregionen
Kernregion inkl.
Erweite-rung Kernregion inkl. Erwei-
terung
Anzahl Delikte 1.210 4.819 544 2.855
Anzahl Tatver-
dächtige 1.761 6.823 877 4.209
Anzahl männlich 1.465 5.641 783 3.648
Anzahl weiblich 289 1.167 92 553
k. A. Geschlecht 7 15 2 8
Tabelle 8: Verteilung der Delikte und der TäterInnen nach dem Geschlecht der Tat-
verdächtigen
Der Überhang der männlichen Tatverdächtigen fällt in den Einsatzregionen
der mobilen Jugendarbeit (Kerneinsatzregionen: 90%, erweiterte Einsatzregi-
onen: 87%) besonders hoch aus. Die entsprechenden Anteile fallen bei den
sechs Vergleichsregionen jeweils rund zehn Prozentpunkte niedriger aus.
Daher ist der Vierfelder-Chi-Quadrat-Test auf dem 5%-Niveau signifikant45
(vgl. Tabelle 16), beide Regionen unterscheiden sich bei der Verteilung nach
Geschlecht der Tatverdächtigen signifikant. Dies könnte mit der Wahrneh-
mung der Einsatzregionen als Problemregionen zusammenhängen, allerdings
ist die Beschaffenheit des eventuellen Zusammenhangs nicht bekannt.
Überwiegend handelt es sich um Körperverletzung (1.176 Delikte), De-
likte nach dem Suchtmittelgesetz (1.066 Delikte), Sachbeschädigungen (717
Delikte) und Diebstahl (316 Delikte) (vgl. Tabelle 9).
gestellten Daten wurde aber sichtbar, dass bei keiner Deliktkategorie wirklich von einem
vorrangigen „Jugenddelikt“ gesprochen werden kann. Nahezu überall war der Anteil an Ju-
gendlichen bzw. jungen Erwachsenen unter den Tatverdächtigen (meist deutlich) geringer
als derjenige der älteren Erwachsenen. Hinzu kommt, dass bei manchen Deliktsgruppen
(z.B. Sachbeschädigung) für den größeren Teil der Taten gar keine tatverdächtige Person
ermittelt werden konnte. Schlussendlich wurde deshalb entschieden, in die Auswertungen
nur jene Daten einzubeziehen, bei denen tatverdächtige Personen der relevanten Altersgrup-
pen ermittelt werden konnten.
45 Statistische Signifikanz bedeutet, dass ein überzufälliger (alltagsprachlich „großer“) Unter-
schied oder Zusammenhang – bezogen auf eine zuvor festgelegte Schwelle – angenommen
wird. Diese Schwelle wird als Signifikanzniveau bezeichnet und wurde hier mit 5% festge-
legt.
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Title
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Subtitle
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Author
- Hemma Mayrhofer
- Publisher
- Verlag Barbara Budrich
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Size
- 14.8 x 21.0 cm
- Pages
- 378
- Keywords
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Category
- Geisteswissenschaften