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300 Andreas Bengesser
ist es vorteilhaft, auf Paneldaten zurückzugreifen. Günstigerweise wird die
sogenannte within-Schätzung durchgeführt:
, − ,
Es wird also geschätzt, wie sich die abhängige Variable zum Zeitpunkt t1 –
im Vergleich zum ersten Messzeitpunkt t0 vor dem treatment – derselben
Region verändert hat (deshalb within, da die Varianz innerhalb von Regionen
berücksichtigt wird). Der tatsächliche kausale Effekt des treatments wird hier
korrekt geschätzt, wenn es keine unbeobachtete Heterogenität innerhalb von
Regionen gibt, d.h. die Regionen i sich über die Zeit bei unbeobachteten
Merkmalen nicht verändern.
Regressionsmodelle für Paneldaten: FE und RE
Im Folgenden werden zwei Regressionsmodelle für Paneldaten vorgestellt:
das fixed-effects (FE) Modell und das random-effects (RE) Modell. Das FE-
Modell ist speziell dazu geeignet, den kausalen Effekt von zeitveränderlichen
Kovariaten (z.B. von temporären Ereignissen wie Interventionen) auf eine
metrische abhängige Variable zu identifizieren (vgl. Allison 2009, Baltagi
2008). Es basiert ausschließlich auf der Varianz innerhalb von Regionen. In
das RE-Modell fließt sowohl die Varianz zwischen als auch innerhalb der
Regionen ein. Sowohl das FE als auch das RE-Modell tragen zudem der
Tatsache Rechnung, dass Regionen im Rahmen des Panels mehrfach beo-
bachtet werden und diese regionsspezifischen Beobachtungen statistisch
nicht unabhängig sind. Der Ausgangspunkt der FE-Regression ist folgendes
Modell:
− = − ̅ + − ̅
Im Unterschied zur OLS-Regression („Querschnittsdatenregression“, s.o.)
werden in der fixed-effects Gleichung die abhängige Variable y und die un-
abhängige Variable x in der Form ihrer Abweichungen vom regionsspezifi-
schen Mittelwert, entsprechend (x ,y , repräsentiert. Nur die Varianz in-
nerhalb von Regionen ist also von Interesse. Die Tatsache, dass sich Regio-
nen z.B. in den sozio-ökonomischen Gegebenheiten unterscheiden, beein-
flusst diese Schätzung nicht. Dieser günstige Umstand resultiert daraus, dass
beim FE-Modell der zeitkonstante regionsspezifische Fehler durch dessen
Subtraktion eliminiert wird. Dies ist aus folgenden weiteren Gründen zentral:
Es gibt möglicherweise zeitkonstante Faktoren, die zu einer Selbstselektion
führen, also sowohl die Wahrscheinlichkeit einer Intervention und den Aus-
gangswert der abhängigen Variablen (Deliktzahl) beeinflussen. Auf diese
Problematik wurde bereits oben hingewiesen: Bei den Regionen handelt es
sich um „Problemregionen“.
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Title
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Subtitle
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Author
- Hemma Mayrhofer
- Publisher
- Verlag Barbara Budrich
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Size
- 14.8 x 21.0 cm
- Pages
- 378
- Keywords
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Category
- Geisteswissenschaften