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16 Methodische Erfahrungen und
Methodendiskussion
Hemma Mayrhofer
Das Forschungsprojekt JA_SICHER war vom Bestreben gekennzeichnet, der
hohen Komplexität von Wirkdynamiken und -zusammenhängen im Interven-
tionsfeld der mobilen Jugendarbeit durch ein ausreichend komplexes For-
schungsdesign und einen entsprechenden Methodenmix gerecht zu werden,
um so möglichst valide Wirkungserkenntnisse zu generieren. Dieses Vorha-
ben kann in Summe als gelungen bezeichnet werden, die unterschiedlichen
methodischen Annäherungen ermöglichten in ihrer Kombination sehr umfas-
sende und aussagekräftige Erkenntnisse zu den Wirkungen mobiler Jugend-
arbeit. Jeder zum Einsatz gekommene Forschungszugang weist spezielle
Stärken, aber auch Schwächen oder Begrenzungen auf, diese lassen sich
wechselseitig ausgleichen und erlauben so eine größtmögliche Annäherung
an Wirkungsnachweise im untersuchten Tätigkeitsfeld, ohne dass damit die
grundsätzlichen Limitationen für Wirkungsevaluation in diesem Feld außer
Acht gelassen werden dürfen (vgl. hierzu auch nachfolgendes Kap. 17).
Die standardisierte Fragebogenerhebung unter aktuellen NutzerInnen mo-
biler Jugendarbeit (n=130) stellte eine breite Grundlage an wirkungsbezoge-
nen Ergebnissen für die Gesamtstudie bereit:
• Bei der Umsetzung des methodischen Zugangs war die schwierige Er-
reichbarkeit der Befragungszielgruppe die größte Herausforderung. Hier
erwies sich schlussendlich das Arbeiten mit kleinen Incentives (z.B.
Softgetränken) für die Befragten als unumgänglich, daraus sind zugleich,
so unsere Erfahrung, keine nennenswerten Verzerrungen für die Befra-
gungsergebnisse zu befürchten. Die Vorannahme, dass sich Panelbefra-
gungen bzw. Prä-Post-Forschungsdesigns aufgrund der ‚Flüchtigkeit‘ der
Zielgruppe in diesem Forschungsfeld äußerst schwer verwirklichen las-
sen, bekräftigte sich durch die Erfahrungen im Feld. Die persönlich-
mündliche Befragung durch geschulte und mit der Zielgruppe vertraute
InterviewerInnen ist als wichtiges Element der Qualitätssicherung zu be-
trachten. Die Charakteristika des Forschungsfeldes erlaubten kein Vor-
gehen, dass von Vornherein die Repräsentativität der Stichprobe gewähr-
leisten hätte können, dennoch gelang es, eine in vielen Aspekten annä-
hernd repräsentative Stichprobenzusammensetzung zu realisieren.
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Title
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Subtitle
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Author
- Hemma Mayrhofer
- Publisher
- Verlag Barbara Budrich
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Size
- 14.8 x 21.0 cm
- Pages
- 378
- Keywords
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Category
- Geisteswissenschaften