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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Segmentierung gesprochener Sprache | 165 luthformen in ihrer relativen Häufigkeit sogar mehr als doppelt so oft belegt wie in Hennigs Beispieltext. Darüber hinaus wird ein weiterer interessanter Befund anhand der vergleichenden Aufstellung offensichtlich: Sowohl in Hennigs insti- tutionell geprägtem Beratungsgespräch als auch in den mehr oder weniger stark regulierten und dadurch formellen „Gesprächen im Fernsehen“ (Teilkorpus GF) wie auch in der informellen Freizeitkommunikation unter Freund/-innen in den Teilkorpora ED und JD sind satzförmige Konstruktionen (KS und MS) unter den Grundeinheitentypen am häufigsten belegt. Der u.a. von Selting (1995) und Hennig (2006) vorgebrachte Appell, die Kategorie Satz nicht gänzlich aus der grammatischen Analyse gesprochener Sprache zu verbannen, wird also durch die belegten Daten empirisch gestützt. 3.3.5 Fazit Insgesamt muss festgehalten werden, dass die in den Kapiteln 3.3.1 und 3.3.2 vorgestellten Kriterien zur Segmentierung und Kategorisierung und ihre An- wendung auf authentische mündliche Kommunikation, wie in Kapitel 3.3.3 dargestellt, methodisch umsetzbar sind, wenngleich in der genaueren Differen- zierung und Abgrenzung der Einheitentypen untereinander die in den Teilkor- pora JD und ED vorfindlichen dialektalen Spezifika berücksichtigt und die Fest- legung der Grundeinheitentypen dementsprechend induktiv angepasst werden mussten. Diese Ausdifferenzierung wird in den empirischen Analysen in Kapitel 4 immer wieder aufgenommen und vertieft, beispielsweise in der Unterschei- dung verschiedener Typen von weil-Konstruktionen (als satzförmige Einheiten, als kompakte Strukturen oder als Diskursmarker, vgl. Kapitel 4.2.1.), in der Fest- legung von Relativsatzkonstruktionen als prosodisch selbständige oder unselb- ständige Einheiten (vgl. Kapitel 4.2.2.) oder in der in Bezug auf Jugendkommu- nikation häufig diskutierten Frage, in welcher Form kompakte Strukturen im Sprachgebrauch Jugendlicher vorkommen und ob sie – mit Fokus auf ausge- wählte Analysebereiche – tatsächlich signifikant häufiger belegt sind als in den Gesprächen Erwachsener (vgl. Kapitel 4.4.). An dieser Stelle sollen auch Nachteile der methodischen Vorgehensweise bei der Segmentierung der Gespräche kritisch beleuchtet werden. Weiter oben (vgl. Kap. 3.3.2.3.) wurde bereits die Problematik in der Ellipsenforschung, nicht-satzförmige Äußerungen in gesprochener Sprache zu definieren, ange- sprochen. Für die hier vorgenommene Segmentierung der vorliegenden Freun- desgespräche und das angestrebte quantifizierende Vorgehen ist es unumgäng- lich den strukturalistisch orientierten Ellipsenbegriff (und damit implizit auch
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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