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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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176 | Empirische Analysen 4.2.1 weil-Konstruktionen In der Herausstellung der grammatischen Besonderheiten mündlicher Äuße- rungen ist das Phänomen der weil-Sätze mit Verbzweitstellung (51a) im Ver- gleich zu weil-Sätzen mit Verbletztstellung (51b) eines der meistdiskutierten Themen der Gesprochene-Sprache-Forschung: Beispiel 51: (a) Ich gehe jetzt raus, weil – ich will eine Zigarette rauchen. (b) Ich gehe jetzt raus, weil ich eine Zigarette rauchen will. (Gaumann 1983: 1) Die Entdeckung, dass in mündlichen Äußerungen nicht nur die aus schrift- grammatischer Perspektive „korrekte“ Stellung des Verbs in Endposition im kausalen Nebensatz, sondern auch eine scheinbar neue und sich zunehmend ausbreitende Konstruktion, in der das finite Verb von der letzten in die zweite Position im Nebensatz vorgeschoben wird, vorkommt, führte zu intensiven Nachforschungen zu den syntaktischen, semantischen und diskurs- pragmatischen Unterschieden222 zwischen den Verbstellungsvarianten, die ih- ren Anfang in der ersten umfangreichen Untersuchung zu weil-Sätzen mit Verb- zweitstellung von Ulrike Gaumann (1983) fand. Seither wurde u.a. der Frage nachgegangen, warum es diese Variation in der Verbstellung und wie viele formale Varianten es gibt (vgl. Wegener 1993; Keller 1993; Uhmann 1998), seit wann sie sprachhistorisch belegt sind (vgl. Selting 1999; Freywald 2010), wie sich weil-Sätze mit Verbzweitstellung zur Kausalkonjunktion denn verhalten (vgl. Pasch 1997; Wegener 1999), ob die Einleitung kausaler Verbzweitsätze mit weil als Beispiel für den Syntaxwandel des Deutschen von der Hypotaxe zur Parataxe gesehen werden kann (vgl. Küper 1991; Willems 1994; Wegener 1999), ob es sich bei den zwei Konstruktionsmöglichkeiten um voneinander unabhän- gige Einträge ins Lexikon der Umgangssprache handelt (vgl. Pasch 1983; Uh- mann 1998), welche Funktionen die weil-Varianten in der Diskursorganisation erfüllen (vgl. Günthner 1993; Gohl/Günthner 1999), inwiefern die Verwendung von weil als Diskursmarker als Beispiel der Grammatikalisierung beschrieben werden kann (vgl. Gohl/Günthner 1999; Hennig 2006: 131; Nübling 2008: 163) und welche Charakteristika der weil-Konstruktionen im Vergleich zu anderen Nebensätzen mit kanonischer Verbfinalstellung identifiziert werden können (vgl. Breindl 2009; Antomo/Steinbach 2010). || 222 Ein umfassender Überblick findet sich bei Uhmann (1998: 101124) und Hennig (2006: 122- 145).
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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