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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Parataxe und Hypotaxe | 185 1837 Tri: → weil do betreut se eigentlich de KINder; 1838 =nit? 1838 Wal: jo- 1840 Tri: → (--) weil des [hot jo] mit 1841 Wal: → [weil- ] 1842 Tri: mit mit mit sozi_also mit mit pfleg jo na ins pfle also- 1843 Wal: [na pflege NIT. ] Tri: [pflege !SO!wieso nit.] 1844 jo; 1845 (-) jo. 1846 Wal: (--) na. 1847 (1.0) 1848 Tri: → [weil non-] 1849 Wal: → (1.0) [weil sie ] muasst sich_s jo durchrechnen AA; 'Tri: [Sie hat vor] eine so eine Therapie sozusagen da oben zu machen. Wal: Ja, genau. Genau. Tri: Weil da betreut sie eigentlich die Kinder, nicht? Wal: Ja. Tri: Weil das hat ja mit – parenthe- tisch Wal: weil – mit (…) Pflege sowieso nichts [zu tun]. Wal: Nein, Pflege nicht. Tri: Ja. Ja. Wal: Nein. Pause: (1.0) Tri: Weil dann- Wal: Weil sie muss es sich ja durchrechnen auch.' Beim ersten weil-Satz mit Verbzweitstellung (Z. 1837) handelt es sich noch um eine faktische Begründung ohne direkte Anbindung an den in einem früheren Teilsatz geäußerten Sachverhalt, dass in der genannten Einrichtung Kinder therapiert werden. In Z. 1840 verwendet Sprecherin Tri weil jedoch als Diskurs- marker, um die Fortsetzung ihrer Äußerung zu signalisieren. Währenddessen versucht Sprecherin Wal ihrerseits mit weil als Diskursmarker (Z. 1841) das Re- derecht zu erringen, was ihr aber vorerst nicht gelingt. Erst als sich im Gespräch der nächste „transition-relevance-place“236 abzeichnet, setzt sich Wal gegenüber ihrer Gesprächspartnerin durch (Z. 1848) und spricht in ihrer Äußerung einen neuen (nämlich den finanziellen) Aspekt des Themas an. Die Selektion der in den zu untersuchenden Teilkorpora vorkommenden weil-Sätze anhand der dichotomisch orientierten Einteilung „weil mit Verbletzt- stellung“ versus „weil mit Verbzweitstellung“ ist jedoch empirisch nicht halt- bar. Wie weiter oben bereits angedeutet wurde, weist Susanne Uhmann (1998) || 236 Der „transition-relevance-place“ ist dadurch gekennzeichnet, dass beide Sprecherinnen ihre Äußerungen mit fallenden Intonationskurven beenden, wodurch ein Sprecherwechsel möglich wird (vgl. Günthner 1993: 47, FN 27). Im vorliegenden Beispiel wird die Möglichkeit des Sprecherwechsels zusätzlich durch die einsekündige Pause signalisiert.
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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