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200 | Empirische Analysen
genden finalen prosodischen Elemente vorzufinden sind, sondern der Intonati-
onsbogen (durch Ansteigen des Tonhöhenverlaufs) über das Relativelement
hinaus aufrechterhalten wird. Um die prosodische Integriertheit dieses relativen
Anschlusses mit Verbzweitstellung zu betonen, spricht Gärtner deshalb von
„integrated verb second“ (Gärtner 2001: 98).
Worin sich Relativsätze mit Verbzweitstellung von jenen mit Verbletztstel-
lung syntaktisch, semantisch und prosodisch unterscheiden, und welche Rela-
tivelemente in den hier zu untersuchenden Teilkorpora JD, ED und GF vorkom-
men, wird in nachfolgendem Kapitel 4.2.2.1. näher ausgeführt. Dies gilt
wiederum als Grundlage für die darauffolgende Frequenzanalyse (vgl. Kapitel
4.2.2.2.), in der der Frage nach einer möglicherweise bestehenden Jugendspezi-
fik nachgegangen wird.
4.2.2.1 Formale Beschreibung
In den Standardgrammatiken des Gegenwartsdeutschen werden in der Regel
folgende Typen von Relativ(satz)konstruktionen unterschieden (vgl. Eisenberg
2006: 268):252 Die drei Hauptgruppen von Relativsätzen bilden restriktive,
(nicht-restriktive) appositive sowie weiterführende Relativsätze. „Erstere
schränken die Extension des Referenzgegenstandes ein, während Letztere ihn
beschreiben, ohne ihn einzuschränken.“ (Birkner 2008: 25). Aus diesem Grund
werden appositive Relativsätze auch als explikative – ihren Bezugsreferenten
näher charakterisierende – Relativsätze bezeichnet, während restriktive Rela-
tivsätze nicht der weiterführenden Beschreibung, sondern der Spezifizierung
und Identifizierung der Bezugsgröße dienen. Dies wird anhand folgender Bei-
spielsätze (nach Eisenberg 2006: 271) deutlich:
Beispiel 76: Wir schließen einen Vertrag, dem alle trauen.
Beispiel 77: Seine Eltern, die (übrigens) wohlhabende Leute sind, ließen ihn verkommen.
Der Relativsatz in Bsp. (76) schränkt die Extension des Bezugsnomens Vertrag
auf eine bestimmte Teilmenge von Verträgen ein (nämlich die vertrauenswürdi-
gen). Der Relativsatz in Bsp. (77) liefert dagegen – ähnlich einer Parenthese –
eine zusätzliche Beschreibung zum Bezugsnomen, dessen semantische Extensi-
on davon aber unberührt bleibt. Das Relativelement wird dabei im Kasus vom
Verb des Relativsatzes, im Genus und Numerus vom Bezugsnomen bestimmt.
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252 Einen umfassenden Überblick zur Behandlung von Relativsätzen in den Gegenwarts-
grammatiken bieten Pittner (2007) und Birkner (2008: 1366).
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Jugendkommunikation und Dialekt
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Title
- Jugendkommunikation und Dialekt
- Subtitle
- Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Author
- Melanie Lenzhofer
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-050330-2
- Size
- 14.8 x 22.0 cm
- Pages
- 502
- Category
- Geographie, Land und Leute