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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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276 | Empirische Analysen 423 Ste: ((räuspert sich)) 424 i TÜA goar_it. 425 Chr: [<<lachend> woll>-] 426 Ste: [i tüa lei laut ] SCHNAUben olbm. ʹChr: Schnarcht er? Ste: Nein. Chr: Du? (1.0) Wohl. Du – hat er gesagt einmal – du tätest immer [schnarchen]. Ste: Ich tu gar nicht [schnarchen]. Chr: Wohl. Ste: Ich tu nur laut schnauben immer.ʹ Von den in diesem Beispiel belegten Äußerungen mit auxiliarem tun in den Zeilen 422, 424 und 426 wird lediglich letzterer Beleg (ich tu nur laut schnauben immer) in die Frequenzanalyse aufgenommen, und zwar als Beleg für einen nicht-standardsprachlichen Gebrauch der tun-Periphrase, da das Vollverb nicht im Vorfeld steht. Die Äußerung ist daher als möglicher Satz (MS) zu klassifizie- ren und der Gesamtanzahl aller möglichen Sätze in Teilkorpus JD gegenüberzu- stellen. Im Hinblick auf die einleitend formulierte Forschungsfrage zum Verbmodus in den tun-Periphrasen werden die Belege anschließend in zwei Gruppen (Prä- sens Indikativ und Konjunktiv II) unterteilt und hinsichtlich ihrer Verteilung in absoluten und relativen Häufigkeiten in den Teilkorpora verglichen. Zur Verwendung von auxiliarem tun mit einem Vollverb im Infinitiv zeigt sich zunächst, dass dieses grammatische Phänomen ausschließlich in den bei- den Dialektkorpora JD und ED vorkommt – dass tun-Periphrasen also allgemein typisch für gesprochene Sprache sind, lässt sich hier nicht bestätigen. Der For- malitäts- bzw. Informalitätsgrad der mündlichen Kommunikation scheint also eine größere Rolle zu spielen als bisher angenommen wurde. Insgesamt finden sich in den Osttiroler Freundesgesprächen 155 tun- Periphrasen, die annähernd gleichmäßig auf die beiden Altersgruppen aufge- teilt sind:344 In Teilkorpus ED sind von 77 Äußerungen mit auxiliarem tun 66 Konstruktionen belegt, in denen das Vollverb nicht im Vorfeld realisiert wurde (MS). Nur 11 Belege weisen eine auch standardsprachlich akzeptable Realisie- rung des Vollverbs im Vorfeld auf (KS). Dieses Verhältnis von rund 86% non- standardkonformer tun-Periphrasen zu rund 14% normgrammatisch akzeptier- ter tun-Periphrasen kann in ähnlicher Weise in den Freundesgesprächen der jugendlichen Osttiroler/-innen beobachtet werden (85% zu 15%), wie die nach- folgende Tabelle veranschaulicht. || 344 Eine statistische Signifikanz der beobachteten Frequenzunterschiede zwischen Teilkorpus JD und ED konnte nicht nachgewiesen werden.
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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