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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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282 | Empirische Analysen Varianten in den drei Teilkorpora JD, ED und GF erhoben. Neben dem Konjunk- tiv II mit tat- + Infinitiv (vgl. Tabelle 33, Variante 3, z.B. i tat geben) sind – in den Teilkorpora ED und JD – auch Belege für die dialektale Variante mit Ablaut (Variante 1, z.B. i gab), für die dialektale Variante mit Infix -at (Variante 2, z.B. i gebat/gabat), sowie in allen drei Teilkorpora Belege für den würde-Konjunktiv (Variante 4, z.B. i würd geben) sowie – allerdings ausschließlich in Teilkorpus GF – Belege für die synthetische Standardvariante (Variante 5, z.B. ich gäbe) zu finden. Die verschiedenen mehr oder weniger stark dialektal oder stan- dardsprachlich geprägten Varianten können wie folgt in einem Dialekt- Standard-Kontinuum aufgespannt werden: Tab. 33: Konjunktiv-II-Varianten zwischen Dialekt und Standard (vgl. Ziegler/Lenzhofer- Glantschnig 2013: 297) 1 2 3 4 5 Dialekt Standard i gab i gebat/gabat i tat geben i würd geben ich gäbe In die Auswertung aufgenommen wurden hier lediglich Belege der Konjunktiv- II-Bildung bei Vollverben, da nur diese eine Variabilität hinsichtlich der ge- schilderten Typen aufweisen. Von der Auswertung ausgeklammert wurden also die Konjunktivformen von sein in ihrer Verwendung als Kopula- oder Hilfsverb, die Konjunktivformen von werden (als Kopulaverb), von haben (als Hilfsverb) und die Konjunktiv-II-Formen der Modalverben dürfen, können, müssen, wollen, sollen, mögen + Infinitiv eines Vollverbs, sowie modal verwendetes brauchen + Infinitiv des Vollverbs (z.B. er denkt, er brauchat nit zohlen 'er denkt, er bräuchte nicht (zu) zahlen').350 Die Verteilung dieser fünf Konjunktiv-II-Varianten auf die Teilkorpora JD, ED und GF wird in folgender Tabelle zusammengefasst: || 350 Anhand dieses Beispiels lässt sich auch die eingeschränkte Variabilität der genannten Verbgruppen zeigen. Bei Modalverben ist die analytische Konjunktivbildung weit weniger wahrscheinlich als bei Vollverben (vgl. z.B.: ??er denkt, er würde das nicht zahlen brauchen. oder: ??er denkt, er täte das nicht zahlen brauchen.). Noch stärker eingeschränkt ist die Variabi- lität bei den höchstfrequenten Hilfsverben sein und haben, die im Bereich der Konjunktivbil- dung bereits stark konventionalisiert und verfestigt sind, was sich z.B. bei sein auch an der Tendenz zum Wegfall des konjunktivischen Schwa verfolgen lässt (vgl. Lotze/Gallmann 2009: 7). Dies zeigt sich etwa am folgenden Beispiel: Was wär/wäre ich ohne Kinder! vs. ??Was würde ich ohne Kinder sein!.
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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