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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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326 | Empirische Analysen Grundposition ergibt“, fasst Bittner (2010: 229) zusammen. Die Neutralität des Vollverbs hinsichtlich der Assertions-Funktion ermögliche dabei die im Deut- schen sowohl in der Standardsprache als auch verstärkt in den Regio- und Dia- lekten beobachtete Stellungsvariabilität (vgl. Bsp. 222c und d) und motiviere „die Annahme, dass die Letzt-Position nicht exakt dem finiten Verb zugedacht ist, sondern der gesamten Verbform – und […] primär dem lexikalischen Teil der Verbform.“ (Bittner 2010: 227). Wenn also das finite Verb in subordinierten Sät- zen aufgrund seiner Neutralität hinsichtlich der Assertion und seiner Eigen- schaften als äußerst rhematisches Element generell eine Tendenz zur Letztposi- tion in einem Satz oder einer Äußerung aufweist und im Falle einer Realisierung mit mehreren Verbalteilen davon auszugehen ist, dass das lexikalische Vollverb das rhematischste Element unter den verwendeten Verbalelementen ist, so ist dies eine plausible Erklärung dafür, weshalb die I-II-Abfolge (wie in Bsp. 221d) immer noch in Gebrauch ist. Wenn auch in aller Regel daher die lexikalische Verbinformation am rechten Satzrand positioniert wird408, so steht doch in Ver- balkomplexen mit Hilfs- oder Kopulaverben meist der finite Verbteil an Letztpo- sition (z.B. wo sie die Noten eingetragen gehabt hat). Dies steht jedoch nicht unbedingt im Widerspruch zum pragmatischen Faktor der Stellung des rhema- tischen Elements in Finalposition (vgl. Bittner 2010: 230). Auxiliare und Kopula enthalten selbst keine lexikalische Information, übersteigen also keinesfalls den Informationsgehalt der vorangehenden (infiniten) Verbteile. Dies zeigt sich auch daran, dass der grammatische Satzakzent (bzw. der prosodische Fokusak- zent) bei nicht gegebenem Kontrastfokus nicht auf dem finiten Auxiliar- bzw. Kopulaverb liegen kann (vgl. Bittner 2010: 231). Dieses Zusammenspiel von Serialisierung und prosodischer Gestaltung zeigt sich etwa an folgenden Bei- spielen: Beispiel 223: dass i di konn HERschlogen [JD 7, Z. 29] ʹdass ich dich kann herschlagen [iSv.: verprügeln].ʹ Beispiel 224: weil i mi über so eppes so AUregen kennat; [JD 11, Z. 743] ʹweil ich mich über so etwas so aufregen könnte.ʹ Beispiel 225: wie se zum schluss ongfongen hom SCHUNkeln. [ED 3, Z. 3070] ʹwie sie zum Schluss angefangen haben [zu] schunkeln.ʹ Beispiel 226: wie oft de GFICKT woan is; [JD 17, Z. 15] ʹwie oft die gefickt worden ist.ʹ || 408 Dies wird z.B. auch von Eroms (1984: 42) ausdrücklich betont: „Das Satzende ist unter Fokusneutralität ausnahmslos ein akzentprominenter Ort, […], [dort] steht […] das Satzrhema, sofern es nicht aufgrund von Kontrastfokus aus dieser Stelle herausgerückt ist.“
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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