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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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362 | Empirische Analysen Gegenstand weiterführender Untersuchungen anhand größerer Korpora münd- licher Kommunikation sein. Neben der beobachteten Tendenz im Bereich der grammatischen Kategorie Modus ist auch hinsichtlich der semantischen Zuordnung der Belege eine deut- liche Gewichtung festzustellen. Dass nur lexikalische Nomen präpositionslos realisiert werden können, hält Siegel (2014: 80) bereits fest. Die Nomen der in den Korpora JD und ED belegten direktionalen oder lokal-statischen Lokalad- verbiale ohne Präposition treten jedoch in bestimmten Kontexten von Räum- lichkeit besonders frequent auf. Der überwiegende Teil aller Belege ist folgen- den semantischen Feldern zuzuordnen: – Ort als Gemeinde/Ortschaft/Tal: i woa heint AA schon mölltol. - 'Ich war heute auch schon [im] Mölltal.' [JD 11, Z. 165] – Ort als Reiseziel: i fliag heier äGYpten. - 'Ich fliege heuer [nach] Ägypten.' [JD 14, Z. 575] – Ort als Institution, z.B. Schule: zweite VOLKSschüale kimmp_er. - '[In die] zweite Volksschule kommt er.' [JD 23, Z. 6] – andere stark frequentierte Gebäude bzw. Orte (Kino, Kirche, Proberaum, Toilette), z.B.: non geht man KIRchen. 'Dann geht man [in die] Kirche.' [JD 9, Z. 744] – den Kommunikationsteilnehmer/-innen bekannte Veranstaltungen, z.B.: bisch du SCHItzengunggl gewesen; 'Bist du [beim] Schützengunggl [Anm. ML: Schützenfest] gewesen.' [ED 4, Z. 2252] Unter den in diesen Wortfeldern belegten Beispielen ist v.a. für das Wortfeld Schule eine große Ausdehnung auf verschiedenste mit der Institution konnotier- te lexikalische Elemente festzustellen. Vom Lexem Schule (vgl. Bsp. 268) und spezifischen Bezeichnungen einzelner Schultypen inklusive Abkürzungsformen (vgl. Bsp. 269) über Schulfächer (vgl. Bsp. 270) und schulverwandte Angebote (vgl. Bsp. 271) bis hin zu bestimmten schulspezifischen Zeiträumen (vgl. Bsp. 272) ist die präpositionslose Realisierung hochfrequent in Gebrauch: Beispiel 268: mei beschte freindin is mit der SCHUAL gongen; [JD 2, Z. 378] 'Meine beste Freundin ist mit der [in die/zur] Schule gegangen.' Beispiel 269: SPORTgym is er gongen. [JD 3, Z. 1247] '[Ins] Sportgym[nasium] ist er gegangen.' Beispiel 270: wieso bisch nit franZÖsisch gongen. [JD 2, Z. 58] 'Wieso bist du nicht [zu] Französisch gegangen.' Beispiel 271: i ge:h (-) priVATnochhilfe; [JD 2, Z. 140] 'Ich gehe [zur] Privatnachhilfe.'
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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