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einfach durch die Vollform ersetzt werden (vgl. Bsp. 293), dafĂŒr aber â im Ge-
gensatz zu den anderen Personalformen â mit der Vollform gedoppelt werden
(subject clitic doubling) (vgl. Bsp. 294):
Beispiel 293:
(a) ob-st noch Minga kumm-st
(b) *ob du noch Minga kummst
Beispiel 294:
(a) ob-st DU noch Minga kumm-st
(b) ob-e (*I) noch Minga kumm
Ob man die abgeschwÀchten Pronominalformen der 2.Pers.Sg. und Pl. nun als
Klitika oder als Flexionsendungen beschreiben sollte und ob der Wegfall des
Personalpronomens als nur an der OberflÀchenstruktur vollzogen, als Subjekte-
llipse oder als Nullklitisierung zu interpretieren ist, kann hier nicht im Detail
diskutiert werden.454 FĂŒr die an dieser Stelle zu beleuchtende Fragestellung
steht lediglich im Zentrum, dass das Pronomen in der Freizeitkommunikation
der SĂŒdbairisch-Sprecher/-innen aus Teilkorpus JD und ED phonetisch leer
bleiben kann (was in den Beispielen durch Ă markiert wird). Dies ist in den
untersuchten GesprĂ€chen eindeutig festzustellen, da im SĂŒdbairischen in der
2.Pers.Sg. nicht die Flexionsendung -st, sondern lediglich -ƥ angehÀngt wird. In
der zweiten Person Singular haben sich im SĂŒdbairischen nĂ€mlich seit mhd.
Zeit verschiedene Flexionsmorpheme im Verbparadigma entwickelt (vgl. Wie-
singer 1989: 2934). WĂ€hrend etwa im östlichen SĂŒdbairischen von UnterkĂ€rnten
und der Steiermark die Personalendung -st vorherrscht, findet sich im westli-
chen SĂŒdbairischen die Endung -ĆĄt, die in Ost- und SĂŒdtirol in einem verein-
fachten -ĆĄ belegt ist (vgl. Wiesinger 1989: 2934; Glantschnig 2011: 231). Einige
Belege aus den untersuchten Korpora sollen davon einen ersten Eindruck ver-
mitteln:
||
454 Vgl. fĂŒr die generativ-grammatische Auseinandersetzung z.B. Volodina (2011), die fest-
hĂ€lt: âIm Rahmen der generativen Grammatik geht man davon aus, dass die Subjektpronomina
[âŠ] nur auf der OberflĂ€che weggelassen werden, d.h., in der syntaktischen ReprĂ€sentation sind
sie als leeres Pronomen (pro) vorhandenâ (Volodina 2011: 270). Henn-Memmesheimer (2004)
beschreibt die Klitisierung des Pronomens als Grammatikalisierungsprozess: âInnerhalb der
Grammatikalisierungstheorie liegt es nahe, in FĂ€llen wie kannst mal sehen und bisch noch
böshöös Klitisierung bis â
anzunehmen und nicht etwa das Syntagma als Verbalphrase ohne
Subjekt zu interpretieren. Die Zusammenschreibung lÀsst sich als Ikonisierung von Koaleszenz
interpretierenâ (Henn-Memmesheimer 2004: 107).
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Jugendkommunikation und Dialekt
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Title
- Jugendkommunikation und Dialekt
- Subtitle
- Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Author
- Melanie Lenzhofer
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-050330-2
- Size
- 14.8 x 22.0 cm
- Pages
- 502
- Category
- Geographie, Land und Leute