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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Kompaktheit | 393 um nicht-sententiale kompakte Äußerungen, in denen Handlungsabfolgen lebendig geschildert und rekonstruiert werden. Die Rezipient/-innen sollen so in eine tatsächlich erlebte oder fiktive „Konstellation“471 (Redder 2006: 131) involviert werden und diese mit- bzw. nacherleben. Angelika Redder nennt etwa folgendes Beispiel zur Illustration: „Wie gesagt, schlafen gegangen, das wahrge- nommen und anschließend ins Bett gegangen, schlafen. Normalen Alltag erst- mal.“ (Redder 2006: 124). Obwohl aus normgrammatischer Perspektive hinsicht- lich ihres syntaktischen Aufbaus nicht vollständig, müssen Äußerungen wie diese in ihrer spezifischen Funktion des „konstellativen Schilderns“ als spezifisch geformte, ja professionell formulierte und zu besonderen Zwecken geprägte Re- alisierungsformen sprachlichen Handelns eigenen Typs, nämlich partikularen sprachli- chen Handelns, die vor allem in rekonstruktiven narrativen Diskursen oder Texten ihren Zweck erfüllen (Redder 2006: 123) begriffen werden. In eben diesen rekonstruktiven narrativen Diskursen kommen auch Kon- struktionen mit Pronomen-Wegfall in der untersuchten Jugendkommunikation sehr häufig vor. Das folgende Beispiel soll dies illustrieren: Beispiel 347: JD 17, Z. 359-372: „Fische“ 359 Ale: oba die FIsche woan geil; 360 de hund hom die SCHLATze gfuttert. 361 Mic: (--) WOS, 362 Ale: (--) de: FIsche de wos die SCHLATze gfuttert hom. 363 Mic: ((lacht)) 364 Ale: de HUND woan schnell. 365 → (---) spucksch EIni in_ne; 366 °h (-) bevor dei: schlAtze auf_n boden woa hom de_s schon im MAUL ghot he; ((…)) || 471 Redder bezieht sich auf Rehbein (1977), wenn sie Konstellationen als „systematisch wie- derkehrende, repititive Konfigurationen in der Wirklichkeit bezeichnet, welche Handlungspo- tentiale bergen.“ (Redder 2006: 131). Die erfolgten (oder fiktiven) Handlungen werden also nicht gänzlich ausformuliert, sondern lediglich deren Potentiale aktiviert. Besonders wir- kungsvoll ist dies, wenn die elementare propositionale Basis (epB, vgl. Kapitel 3.2.2.3.) „mini- mal operativ bearbeitet [wird]“ (Redder 2006: 138), etwa durch ein Aufeinanderfolgen von Infinitiven, Partizipialkonstruktionen oder Adverbialen (vgl. Bsp. 348, Z. 783f.: „Rausfahren, tanken und wieder reinfahren. Benzin wieder leer“).
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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