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Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums - Europäische Museumskultur um 1800, Volume 2
Page - 517 -
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Page - 517 - in Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums - Europäische Museumskultur um 1800, Volume 2

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517 Thürlemann Von der Wand ins Buch Auf die sieben Zimmer der linken Seite (des Westflügels) hat von Mechel die „Niederlän- dischen Gemälde“ verteilt; auf die sieben Zimmer der rechten Seite (des Ostflügels) die „Italienischen Gemälde“. D. h.: der räumliche Kontrast links/rechts ist mit dem inhaltli- chen Gegensatz ‚niederländische‘ vs. ‚italienische Schule‘ korreliert. Eine solche Zuord- nung von inhaltlichen und topologischen Kategorien nenne ich ‚diagrammatisch‘. Die Abfolge der Räume wird – dies wird vor allem im Ostflügel mit der italienischen Schule deutlich – zu einer weiteren Unterteilung nach einzelnen lokalen Schulen (Venedig, Rom, Florenz, Bologna, Lombardei und „verschiedene“) eingesetzt. Zudem ist der Leit- figur Tizian und seinen Schülern – wie Rubens auf der gegenüberliegenden Seite – ein ei- gener Raum reserviert. Es ist wichtig festzuhalten, dass nicht nur ein mit Begriffen und Ziffern bezeichneter Grundriss (wie der hier abgebildete) als Diagramm aufgefasst werden kann – diesen Sta- tus haben die Plänchen, die den Museumsbesuchern heute als Orientierungshilfe ausge- händigt werden –, auch die Räume selbst werden vom Besucher als eine Art begehbares Diagramm erfahren. So fiel der Schritt vom Zimmer IV in das Zimmer V des rechten Flü- gels mit einer stilistischen Differenz, dem Unterschied zwischen der Florentiner und der Bo logneser Malerschule zusammen, die beide ihre je eigene ‚Physiognomie‘ besitzen. In anderen Fällen – bei den Niederländern und Deutschen – wurde die Sequenz der Räume einer historischen Epochenfolge zugeordnet, sodass der Gang durch die Sammlung einem Gang durch die Kunstgeschichte gleichkam. Abb. 5 Joos van Cleve, Andachtstriptychon, um 1530. Wien, Kunsthistorisches Museum
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Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums Europäische Museumskultur um 1800, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums
Subtitle
Europäische Museumskultur um 1800
Volume
2
Author
Gudrun Swoboda
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79534-6
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
264
Category
Kunst und Kultur
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