Page - 368 - in Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
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Barbara Tiefenböck, Maria
Teschler-Nicola368
Unter den Subadulten zeigt ein Individuum Karies an 2
Dauerzähnen. Da 98 Dauerzähne von 13 Kindern und Ju-
gendlichen bewertet werden konnten, ergeben sich daraus
eine Kariesfrequenz und eine -intensität von 7,7 % bzw.
2,0
%.
Karies an den Zähnen des Milchgebisses
Es lagen 123 Milchzähne von 11 Kindern vor. Ein Kind
weist an 6 verschiedenen Zähnen (53, 63, 64, 74, 83 und 84)
Kariesläsionen unterschiedlicher Größe (bis zur Zerstö-
rung der Kronenhälfte bei Zahn 74) auf. Die berechnete Ka-
riesfrequenz beträgt 9,1
%, die -intensität 4,9
%.
Karieslokalisation
Bei der Beurteilung der Lage der Karies wurde zwischen
Zahnhalskaries (ZHK), Fissurenkaries (FK) und Approxi-
malflächenkaries (AFK) unterschieden. Mit Ausnahme von
7 Zähnen, die durch einen fortgeschrittenen kariösen Pro-
zess weitgehend zerstört worden waren, konnten 41 Zähne
im Hinblick auf die Lokalisation des Defektes beurteilt
werden. Im Oberkiefer findet sich am häufigsten eine dista-
le Zahnhalskaries (33,3 %), gefolgt von Fissurenkaries mit
29,2 %. Mesiale Zahnhalskaries liegt bei 16,7 % der Zähne
vor. An 5 Zähnen (20,8
%) war die Position der Kariesläsion
(siehe oben) nicht feststellbar. Im Unterkiefer dominiert mit
sind mit insgesamt 211 Dauerzähnen repräsentiert; an 22
Zähnen von sieben Individuen konnten Kariesläsionen fest-
gestellt werden, d. h., die Kariesfrequenz der Frauen liegt
bei 70
% und die Kariesintensität beträgt 10,4
%.
Von männlichen Individuen dieses Gräberfeldes waren
insgesamt 287 Dauerzähne erhalten geblieben; diese gehö-
ren 13 Individuen zu. Da 9 Männer an 17 Zähnen kariöse
Defekte aufweisen, liegt die Kariesfrequenz bei 69,2
% und
die Kariesintensität bei 5,9
%. D.
h., obwohl die Kariesfre-
quenz bei beiden Geschlechtern ähnlich ist, übertrifft die
Kariesintensität der Frauen deutlich diejenige der Männer
(wobei möglicherweise auch das Sterbealter eine Rolle spie-
len könnte). Dieses Ergebnis wurde einem Signifikanztest
(Zweistichprobentest) unterzogen, der die Wahrscheinlich-
keit ermittelt, mit der das gefundene empirische Ergebnis
auftreten kann, wenn die Populationsverhältnisse der Null-
hypothese entsprechen. Hierbei wurde deutlich, dass die
Nullhypothese (H0: p1 = p2) nicht gegen eine zweiseitige
Alternative (H1: p1 ≠ p2) verworfen werden kann (p-Wert =
0,065); das heißt, die Kariesintensität zwischen Männern
und Frauen unterscheidet sich nicht.
Die Größe der Kariesdefekte schließt alle Ausprägungs-
grade ein (flächig, stecknadelkopf-, sesamkorn- und pfeffer-
korngroß bis hin zur Zerstörung der Kronenhälfte und Er-
öffnung der Pulpahöhle).
Ober-, Unterkiefer Zahntyp Karieslokalisation Gesamt
mesiale
ZHK distale
ZHK bukkale
ZHK linguale
ZHK FK distale
AFK n.b. N
%
Maxilla
I2 0 1 / / 0 / 0 1
0,0% 4,2% / / 0,0% / 0,0% 4,2%
C 1 0 / / 1 / 0 2
4,2% 0,0% / / 4,2% / 0,0% 8,3%
P4 0 4 / / 0 / 1 5
0,0% 16,7% / / 0,0% / 4,2% 20,8%
M1 1 0 / / 1 / 2 4
4,2% 0,0% / / 4,2% / 8,3% 16,7%
M2 0 1 / / 2 / 2 5
0,0% 4,2% / / 8,3% / 8,3% 20,8%
M3 0 1 / / 3 / 0 4
0,0% 4,2% / / 12,5% / 0,0% 16,7%
c 1 1 / / 0 / 0 2
4,2% 4,2% / / 0,0% / 0,0% 8,3%
m1 1 0 / / 0 / 0 1
4,2% 0,0% / / 0,0% / 0,0% 4,2%
Gesamt N 4 8 / / 7 / 5 24
% 16,7% 33,3% / / 29,2% / 20,8% 100,0%
Tabelle 15: Absolute und relative Häufigkeit der Karieslokalisation an den Zähnen des Oberkiefers der frühneolithischen Population von
Kleinhadersdorf.
Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
- Title
- Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
- Authors
- Christine Neugebauer-Maresch
- Eva Lenneis
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-7598-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Neolithic, LBK, cemetery, archaeology, prehistory, Kleinhadersdorf, Lower Austria, Neolithikum, Linearbandkeramik, Archäologie, Urgeschichte, Gräberfeld, Kleinhadersdorf, Niederösterreich
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen