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Der Stoff, aus dem Konflikte sind - Debatten um das Kopftuch in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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KONFLIKTE UM DER FREIHEIT WILLEN SIND UNUMGÄNGLICH 485 immer darum, da wo Frauen von Männern unterdrückt werden und es merken – viele merken es auch nicht, das ist klar, viele finden auch gar nichts dabei – und es sich aber nicht bieten lassen wollen, dass denen alle möglichen Hilfs- maßnahmen angeboten werden. Und dazu gehört nicht nur die feministische Debatte sondern auch, dass die Gesellschaft zivil verpflichtet ist dafür zu sor- gen, dass sie zu keiner Unterordnung gezwungen werden dürfen. Petra Rostock: Um noch mal auf Eure Initiative ›Becklash‹ zurückzukommen. So wie Du das vorhin beschrieben hast, habe ich verstanden, dass Du Kopf- tücher für Mädchen in Schulen genauso verbieten willst wie für Lehrerinnen. Wenn ich den Aufruf »Stichwort: Becklash« lese, dann geht es aber in keiner der Formulierungen um ein Kopftuchverbot, sondern es wird vielmehr ein Zu- sammenhang hergestellt zwischen dem Kopftuch und jeder anderen Form von Unterdrückung und Gewalt. Ihr schreibt: »Bei der gegenwärtigen ›Kopftuch- Debatte‹ geht es nicht nur um eine Kleiderordnung. In Wirklichkeit befinden sich viele in Deutschland lebende Frauen in einem rechtsfreien Raum. Es gibt eine große Zahl hier lebender Frauen und Mädchen, für die das GG nicht zu gelten scheint und denen das GG keine Rechtssicherheit bietet. Was heißt das? Diese Frauen dürfen nicht aus eigenem Willen das Haus verlassen, sei es, weil es ihnen als Ehefrauen von ihren Männern verboten wird oder weil sie von Menschenhändlern nach Deutschland verschleppt, zur Prostitution gezwungen und ansonsten versteckt, weil illegal gehalten werden«.12 Halina Bendkowski: Bei dem was Du gerade zitiert hast, kommt es natürlich darauf an, was man bei der ›Kopftuchdebatte‹ überhaupt debattieren will. Also ich debattiere über diejenigen, die gezwungen werden, und von denen ich sehe, dass es auch mehr werden. Und es gibt tatsächlich einen rechtsfreien Raum, es gibt für zwangsverheiratete Frauen einen rechtsfreien Raum, in dem nichts für sie getan wird. Das ist aber die Realität von ganz vielen Frauen. Was bedeutet das denn für eine Gesellschaft? Deshalb haben wir in dem Auf- ruf auch gesagt, dass die Frauen und die Männer, wenn sie immigrieren, über die Rechtslage in Deutschland aufgeklärt werden sollen. Und dafür bin ich heute noch. Petra Rostock: Entsprechen die Einbürgerungstestverordnung und der Nach- weis einfacher Deutschkenntnisse beim Nachzug von Ehegatt/inn/en aus dem Ausland Deiner Vorstellung von Aufklärung? Halina Bendkowski: Ich bin für die wirkliche Aufklärung. Ich halte es für zwingend geboten, dass in der Sprache der Menschen, die einwandern und in 12 Abrufbar: http://www.isioma.net/sds06203.html, 04.02.2009.
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Der Stoff, aus dem Konflikte sind Debatten um das Kopftuch in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Title
Der Stoff, aus dem Konflikte sind
Subtitle
Debatten um das Kopftuch in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Authors
Sabine Berghahn
Petra Rostock
Publisher
transcript Verlag
Date
2009
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-89942-959-6
Size
14.7 x 22.4 cm
Pages
526
Keywords
Religion, Migration, Geschlechterverhältnisse, Demokratie, Rechtssystem, Politik, Recht, Islam, Islamwissenschaft, Gender Studies, Soziologie, Democracy, Politics, Law, Islamic Studies, Sociology
Category
Recht und Politik
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