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Geographie, Land und Leute
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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417 Geschichtsschreibung und kognitive Dissonanzen Ljudmil →  Hauptman (Grofovi Višnjegorski [Die Grafen von Višnja gora], 1935 ; Staroslovenska družba in obred na knežjem kamnu [Die altslowenische Gesell- schaft und die Zeremonie auf dem Fürstenstein], 1954) und Milko →  Kos (Zgodovina Slovencev od naselitve do reformacije [Geschichte der Slowenen von der Ansied- lung bis zur Reformation], 1933, ergänzt 1955) hatten die mittelalterliche Problematik zum Thema ; Fran →  Zwitter berücksichtigt bei seiner Forschungs- arbeit Soziologie und Ökonomie auch der neueren Zeit (Prebivalstvo na Slovenskem od XVIII. stoletja do današnjih dni [Die Bevölkerung in den slowenischen Ländern vom 18. Jh. bis heute], 1936 ; Nacionalni prob- lemi v habsburški monarhiji [Nationale Probleme in der Habsburgermonarchie], 1962). Josip →  Mal setzt mit starker Betonung der Kulturgeschichte den Faden von Grudens Zgodovina slovenskega naroda [Geschichte des slowenischen Volkes] fort (10 Bd., 1928–1939). Sein Werk beleuchtet vor allem die Problematik der Zeit des Vormärz und ist dazu von grundlegender Be- deutung. Er widmete sich zeitweise auch älteren Epo- chen (Probleme aus der Frühgeschichte der Slowenen, 1939 ; Stara Ljubljana in njeni ljudje [Das alte Ljubljana und seine Menschen], 1957). Die Kirchengeschichte (Josip →  Gruden, Franc Kovačič, Franc Grivec), Rechts- geschichte (Bogumil Vošnjak, Janko Polec, Metod Polenc), Kunstgeschichte (Avguštin Stegenšek, Izi- dor Cankar, France Stele) und Musikgeschichte (Josip Mantuani) hatten schon vor dem Ersten Weltkrieg ein hohes Niveau erreicht und erlebten nach 1918 einen neuerlichen bedeutenden Aufschwung. Mit der Antike befassten sich v.  a. Archäologen (Balduin Saria) und Spezialisten (Anton von Premerstein). Nur wenige slowenische Forscher widmeten sich der Vergangenheit der anderen südslawischen Völker. Ihr Wirken war nicht unbedeutend (Ljudmil Hauptman, Gregor Čremošnik). Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die G. unter dem Druck der kommunistischen Behörden. Der Maßstab bei der Beurteilung der Qualität war die Kompatibilität mit dem von Edvard Kardelj 1939 publizierten Werk Razvoj slovenskega narodnega vprašanja. Doch trotz der Gründung des Inštitut za zgodovino delavskega gibanja [Institut für die Geschichte der Arbeiterbewegung], das die marxistischen Ansichten durchsetzen sollte, wurden diese nicht zu Leitbildern für die Erforschung der Vergangenheit, sie beeinflussten lediglich die Inter- pretationen der Zeitgeschichte und teilweise der Wirt- schaftsgeschichte (Metod Mikuž, Janko Pleterski). Die führenden Vetreter der slowenischen Historiogra- fie – Milko Kos, Fran Zwitter, Bogo →  Grafe- nauer (Zgodovina slovenskega naroda I–V, 1954–1961), Vasilij Melik (Volitve na Slovenskem, 1965), Ferdo Gestrin (Slovenska zgodovina od konca osemnajstega stoletja do 1918, 1966 gemeinsam mit Melik), Sergej Vilfan (Pravna zgodovina Slovencev, 1988) und Božo Otorepec (Srednjeveški pečati in grbi mest na Slovens- kem, 1988) bewahrten ein hohes wissenschaftliches Ni- veau, was nach 1947 in hohem Maße in der zentralen historiografischen Zeitschrift Zgodovinski časopis zum Ausdruck kommt. Ihre Nachfolger schlossen sich im- mer erfolgreicher den breiteren europäischen historio- grafischen Strömungen an (Sozialgeschichte, Kulturge- schichte, Geschichte, Gender). Diese wurden auch an den Universitäten in Maribor, Koper und Nova Gorica umgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten die slowenischen Historiker in Österreich sichtbare Erfolge – Feliks J. Bister, Theodor Domej, Tamara Griesser-Pečar, Walter Lukan, Avguštin Malle, Andreas moritsch und Marija Wakounig. In Italien setzte sich Jože Pirjevec durch, in der DDR Walter Markov. Der bedeutendste slowenische Historiker in der Emigration ist France Dolinar. Lit.: ES (P. Vodopivec : Zgodovinopisje). – M. Kos : Pregled slovenske historiografije. In : Jugoslovenski istoriski časopi 1 (1935) 8–21 ; B. Grafenauer : Struktura in tehnika zgodovinske vede. Ljubljana 1960 ; O. Luthar : Med kronologijo in fikcijo. Strategije historičnega mišljenja. Ljubljana 1993. Igor Grdina ; Üb.: Katja Sturm-Schnabl. Geschichtsschreibung und kognitive Dissonanzen. Die Historiografie zur slowenischen Geschichte und →  Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška und die Wahrnehmung ihrer Bedeutung im Land unterlie- gen wie viele andere Bereiche der Wahrnehmung und Kommunikation durchaus menschlichen Faktoren, wo vermeintlich objektive Wahrnehmungen, Analysen und Einstellungen unbewusst subjektiven Kriterien und Er- wartungshaltungen untergeordnet werden. Solcherma- ßen werden Diskrepanzen zwischen Voreinstellungen, ideologisch gefärbten »Glaubenssätzen« und Erwar- tungshaltungen hervorgerufen, die auch im wissen- schaftlichen Bereich zu kognitiven Dissonanzen führen (können). Solche innere Widersprüchlichkeiten bzw. Dissonanzen werden an sich als unangenehm empfun- den. Deshalb kommt es bei kognitiven Dissonanzen nach Leon Festinger zu verschiedenen »Strategien«
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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