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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 420 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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420 Geschichtsverein für Kärnten naturhistorischen Landesmuseums ein, die 1848 zu- stande kam. Das naturhistorische Museum hatte schon bald eine größere Zahl von Mitgliedern und größeren öffentlichen Einfluss und übertraf so bald den G. Der G. ließ Archivare ausbilden und war bei den ar- chäologischen Ausgrabungen führend. In den 50er- und 60er-Jahren des 19. Jh.s begann man Teurnia und den Magdalensberg/Štalenska gora, Virunum, das →  Zoll- feld/Gosposvetsko polje sowie Pfahlbauten an den Kärntner Seen (v.  a. am →  Keutschacher See/Hodiško jezero) zu erforschen. Als Archäologe erwarb sich Mi- chael Franz von Jabornegg-Altenfels große Ver- dienste, er setzte sich zum Ziel, alle römischen Denk- mäler in Kärnten/Koroška zu erforschen (er ist der Herausgeber von Kärntens römische Alterthümer, 1870). Die Mitglieder des G. schrieben mehrere selbststän- dige Arbeiten über Kärnten/Koroška und begannen mit der Herausgabe der Quellensammlung Monumenta historica ducatus Carinthiae (Klagenfurt 1896). Eine Landesgeschichte von 600 v. Chr. bis 1122 stammt aus der Feder von Gottlieb von Ankershofen (Handbuch der Geschichte des Herzogthums Kärnten, 1850). Er gilt auch als Begründer der modernen Kärntner →  Ge- schichtsschreibung. Karlmann Tangl bearbeitete den Zeitraum von 1259 bis 1310 (1864), Heinrich Her- mann jenen von 1335 bis 1857 (1860). Besondere Sorge um die zeitgenössische Geschichte zeigte die Führung auch mittels der Landeschronik. Die Mitglieder wurden angehalten, über Ereignisse historischen, kulturellen und naturkundlichen Cha- rakters Berichte zu verfassen. Vom Verein wurden auch Vorträge veranstaltet, bereits 1846 über Diplomatik und Paläografie, so konnten Mitglieder ebenfalls für das Sammeln von Archivmaterial ausgebildet werden. Be- sondere Verdienste für den G. erwarben v.  a. Gottlieb von Ankershofen, Michael Franz von Jabornegg- Altenfels, Karlmann Tangl, Anton von Gallen- stein und Max von Moro (Vorsitzender 1860–1898). Zu den Mitgliedern zählten auch die Slowenen Ma- tija →  Majar, Andrej →  Einspieler und Anton →  Janežič. Zu Beginn des 20. Jh.s waren August Jaksch, Josef Fresacher und Martin →  Wutte die führenden Mitglieder des G. Vor der →  Volksabstim- mung (1918–1920) spielte der G. eine sichtbare Rolle in der →  Volksabstimmungspropaganda für den Ver- bleib Kärntens/Koroške bei Österreich. Dabei waren die führenden Mitglieder, insbesondere tritt Martin Wutte, der Erfinder der so genannten →  Windi- schentheorie, hervor. Bereits 1846, als der G. noch im Rahmen des His- torischen Vereins für Innerösterreich tätig war, wollte er mit der Herausgabe einer eigenen Zeitschrift, dem Ar- chiv für Geschichte des Herzogthumes Kärnten, beginnen. Doch die Zensur wies das Gesuch ab, da der Zentral- ausschuss des Historischen Vereins für Innerösterreich die Notwendigkeit einer solchen Zeitschrift verneinte. 1849, drei Jahre später, erschien die erste Nummer der Vereinszeitschrift Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, die zunächst nicht jährlich erschei- nen konnte. Es wurden Artikel und Abhandlungen publiziert, ebenso wie Listen von Mitgliedern, erwor- benen Bücher, Urkunden, und Münzen sowie Berichte über die Vereinstätigkeit. Der erste Herausgeber war bis zu seinem Tod Gottlieb von Ankershofen, da- nach wurde sie vom Vereinsvorstand herausgegeben. Die Zeitschrift enthielt, außer in den ersten Jahrgän- gen, kaum etwas über das Slawentum und ebenso we- nig über die Slowenen in Kärnten/Koroška. Wegen der archäologischen Ausgrabungen auf dem →  Zoll- feld/Gosposvetsko polje wurde aber die Zeremonie der Herzogseinsetzung (→  Fürsteneinsetzung), der →  Fürstenstein und der Herzogstuhl mehrmals er- wähnt. Neben den Hauptmitarbeitern Ankershofen, Jabornegg, Gallenstein und Hermann waren in den 50er- und 60er-Jahren des 19. Jh.s aktiv : Karlmann Flor, Mathias Koch und Franz Xaver Richter, von den vertretenen Slowenen sei Davorin →  Trstenjak genannt. Die größten Verdienste um die Edition von Quellen erwarb sich Ignaz Tomaschek, der die Re- gesten über die Geschichte Kärntens vorbereitete, Beda Schroll edierte die Quellen zur Geschichte des Klos- ters →  St.  Paul/Šentpavel. Die zweite Vereinszeitschrift war die →  Carinthia, die 1811 zunächst als belletristische Wochenschrift er- schien. Die Carinthia wird als älteste historische Zeit- schrift in Österreich eingereiht. Sie hatte bereits 1844 ca. 900 Abonnenten, unter den Autoren finden wir auch Matija →  Ahacel und Urban →  Jarnik. Vor allem Jarnik schrieb viel über das slowenische Ele- ment in Kärnten/Koroška. 1864 schließt der G. eine Vereinbarung mit dem Naturhistorischen Museum ; die Carinthia wurde zur Monatsschrift, zunächst wurde 1869 die Belletristik ausgesondert. Seit 1891 hat die Zeitschrift zwei Schriftenreihen : Carinthia I (Mitthei- lungen des Geschichtsvereins für Kärnten) und Carinthia II (Mittheilungen des Naturhistorischen Landesmuseums für Kärnten). Erstere nannte sich zunächst (1890) Neue Carinthia, publizierte nur wissenschaftliche Abhand-
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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