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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 423 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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423 Gewässername Volksgruppenbüro, Orts- verzeichnis Seen Südkärntens/Južna Koroška, die gleichzeitig auch große Bedeutung für den Tourismus haben, zählen der Wörther See/Vrbsko jezero (19  km²), der Faaker See/ Baško jezero (2,3  km2) der Keutschacher See/Hodiško jezero (1,3  km2) und der Klopeiner See/Klopinjsko je- zero (1,1  km2). Alle Seen in Südkärnten/Južna Koroška entstanden als Folge des Rückzugs der Gletscher, wo- bei bei einigen hinzukommt, dass sie in tektonischen Depressionen bzw. in ausgeschürften Talfurchen liegen (z. B. der Wörther See/Vrbsko jezero und der Keutscha- cher See/Hodiško jezero). Bei diesen war in der Eis- zeit und danach zumindest teilweise der Abfluss durch Muränen und andere Gletscherablagerungen behindert, was zusätzlich zur Seenbildung beitrug. Für alle Seen im Klagenfurter Becken/Celovška kotlina ist charakteristisch, dass sie abseits von großen Flussläufen liegen. Vor allem aber haben sie auch ein kleines Einzugsgebiet und es ergießen sich in sie nur kleinere Fluss- bzw. Bachläufe. Dementsprechend ha- ben sie auch nur kleine Abläufe und insgesamt einen sehr geringen Durchfluss, so dass die Schwankungen sehr gering sind (beim Wörther See/Vrbsko jezero be- tragen diese im Durchschnitt nur bis zu einem halben Meter). Die höchsten Wasserstände erreichen die Seen im Herbst, die niedrigsten im Winter. Wegen des ge- ringen Zuflusses füllen sich die Seen sedimentär nur sehr langsam und auch die Abflüsse vertiefen ihre Rin- nen nur in geringem Maße. Hervorzuheben sind die beträchtlichen Unterschiede der Eigenschaften der Seen in Südkärnten/Južna Koroška, die eine Folge der natürlichen Gegebenhei- ten sind. Das zeigt sich insbesondere in der Farbe und der Trübung des Wassers. Das klarste Wasser haben die Seen in der Nähe der →  Karawanken/Karavanke und dabei insbesondere der Faaker See/Baško jezero und der Klopeiner See/Klopinjsko jezero. Ganz anders ist der Pressegger See/Preseško jezero (0,55  km2) und an- dere kleinere Seen, die trüb sind und auch verlanden. Für die Seen in Südkärnten/Južna Koroška ist auch kennzeichnend, dass sie sich im Sommer stark auf- wärmen und im Winter stark abkühlen. So beträgt die durchschnittliche Temperatur der obersten Was- serschichten im August im Wörther See/Vrbsko je- zero 21,4  oC und im Klopeiner See/Klopinjsko jezero 22,3  oC. Im Winter frieren die Seen rasch zu, wobei das geringe Windaufkommen im Klagenfurter Becken/ Celovška kotlina dazu beiträgt. Interessant ist, dass der Klopeiner See/Klopinjsko jezero im Winter am raschesten zufriert und sich im Sommer am stärksten aufwärmt. Die warmen Südkärntner Seen sind seit lan- gem attraktiv für viele Touristen. Lit.: S. Ilešič : Slovenska Ziljska dolina. In : Planinski vestnik (1939) 149–166 ; V. Paschinger : Landeskunde von Kärnten und Osttirol. Kla- genfurt 1949 ; A. Melik : Slovenski alpski svet. Ljubljana 1954 ; F. Bezlaj : Slovenska vodna imena, [2 Bd.]. Ljubljana 1956, 1961 ; H. Pa- schinger : Kärnten. Eine geographische Landeskunde – 2 Bd. Klagenfurt 1976 und 1979 ; P. Mildner, H. Zwander (Hg.) : Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. Klagenfurt 21999. Matjaž Klemenčič ; Üb.: Bojan-Ilja Schnabl Gewässername, auch : Hydronym. G. gehören zum ältesten Namengut überhaupt (→  Namenkunde). Der frühe Mensch orientierte sich am Wasser, in den meis- ten Fällen ist zuerst ein Gewässer benannt worden, dann erst die an ihm liegenden Siedlungen, Landschaf- ten und oft auch die Anwohner. Demnach reflektieren die G. in erster Linie Eigenschaften des Wassers ; ältere Namen sind wiederholt von der einen Sprachschicht zur nächsten weitergegeben worden (z. B. Lavant über frühslowenisch *labănt- und keltoromanisch *Albanta aus indoeuropäisch *albhanta ›die Weißglänzende‹ von *albh- ›weiß‹, slow. Labotnica). In Österreich sind man- che G. keiner bestimmten Einzelsprache zuzuordnen und gehören somit zum ältesten Substrat, sie sind aber indoeuropäisch (z. B. Drava ›Drau‹ von indoeuropäisch *drowos ›Fluss[lauf]‹), woran sich dann mehrere weitere Sprachschichten anschließen, v.  a. eine keltoromanische (z. B. Glan, slowenisch-mundartlich Glana von keltisch *Glāna ›die Lautere, Klare‹, slow. Glina), dann eine sla- wische (slowenische), und erst die jüngste Schicht ist deutsch, wobei die ältesten G. vom Slowenischen ver- mittelt wurden. Dort wo der →  Sprachwechsel erst in jüngster Zeit geschah, wurde bisweilen der slowenische Name beibehalten (z. B. Raba/Raba, oder Reka-Bach). Die meisten slowenischen G. sind Bildungen mit dem Suffix -(n)ica (aus älterem -[n]ika), z. B. Ribnica, dt. Reifnitz (›Fischbach‹ zu riba ›Fisch‹) oder Bistrica, dt. Feistritz (etwa ›Wildbach‹ zu slow. bister ›schnell [bewegend] ; klar, hell‹), häufig sind auch Wortgrup- pen mit potok ›Bach‹ (z. B. Obirski potok, dt. Ebriacher Bach), auch voda ›Wasser‹ (z. B. Globaška voda o. Globas- nica, dt. Globasnitzbach), weiters reka oder rečica ›Fluss, Bach‹ (davon u. a. Reka und Ročica, dt. Rotschitzenbach) oder jezero ›See‹. Oft begegnet das im Slawischen sehr beliebte Wortbildungsmuster, dass der kleinere Neben- fluss ein Diminutiv zum Hauptfluss ist, z. B. Görtschitz neben Gurk (slow. Krčica neben Krka).
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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