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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 461 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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461 Graz war der spätere Bischof von Ljubljana, Erzbischof von Gorizia/Gorica/Görz und Kardinal Jakob Missia, der in Graz Theologie studierte, zwischen 1866 und 1871 Sekretär des Bischofs Ottokar Attems, 1871–1879 bischöflicher Kanzler sowie bis zu seiner Übersiedlung nach Ljubljana Domkapitular. Joža →  Glonar trat 1911 seinen Posten in der Universitätsbibliothek an und war dort bis 1918 in Dienst. Noch einige Monate länger blieb in G. der Philosoph und spätere Professor an der Universität Ljubljana France Veber. Der Histo- riker Anton Kaspert unterrichtete 20 Jahre als Gym- nasialprofessor in G., der Jurist Metod Dolenc war ab 1905 im Präsidium des Oberlandesgerichtes in G. und forschte zusätzlich im Bereich der Rechtsgeschichte. Zum gesellschaftlichen Leben der Slowenen in G. trugen auch die Abgeordneten zum steirischen Land- tag bei, in dem zwischen 1861 und 1916 46 slowenische Abgeordnete tätig waren. Zu diesen kann auch Michael Herman gezählt werden, der deutscher Herkunft war, slowenisch gelernt hatte und 1861–1863 einer der wichtigsten Fürsprecher der slowenischen nationalen Forderungen war. Die slowenischen Abgeordneten wa- ren mehrheitlich in Opposition. Da die Vertreter des deutschnational-liberalen Lagers fast alle slowenischen politischen und kulturellen Forderungen systematisch ablehnten, antworteten die slowenischen Abgeordne- ten mit Abstinenz (1869) und mit Obstruktion (Boy- kott unter dem Motto »Weg von Graz«), worauf die slowenischen Abgeordneten schließlich doch einige Forderungen durchsetzen konnten, so die Einrichtung einer Bürgerschule in Žalec und einer Landwirtschafts- schule in Šentjur bei →  Celje. Zu erwähnen sind auch Franc Jurtela, der 1890 als erster Slowene Landes- hauptmannstellvertreter wurde, und Josip Sernec, der die Funktion des Landeshauptmannstellvertreters neun Jahre innehatte. In der zweiten Hälfte des 19 Jh.s war das Vereinsleben in universitären Kreisen wie auch unter der Arbeiter- schaft äußerst lebhaft. Nachdem der 1848 gegründete Verein Slovenija in der Zeit des Bach’schen Absolutis- mus seine Aktivitäten einstellen musste, wurde Mitte der 60er-Jahre des 19. Jh.s ein neuer Studentenverein unter demselben Namen gegründet. Gründungsper- sönlichkeit war der Student der Rechtswissenschaften und später der erste Berufsjournalist Anton Tomšič. Der Verein hörte jedoch nach dessen Abgang mit der Tätigkeit auf. 1869 gründeten die slowenischen Stu- denten der Technik den literarischen Verein Vendija. Dieser Verein, dessen Vereinsziel die »sprachliche Bil- dung der Mitglieder im Slowenischen« war, wurde 1875 polizeilich aufgelöst. Zwei Jahre davor hatten Grazer Studenten den allslawischen literarischen Verein Sloga gegründet, der jedoch bereits ein Jahr danach seine Ak- tivitäten einstellte. Der Grund dafür war offensichtlich die allslawische Ausrichtung, die zu umfassend für eine konkrete Vereinstätigkeit war. Statt dem Verein Sloga begann 1875 der Verein Triglav mit seinen Aktivitäten. Dessen Mitglieder organisierten 1901 einen Protest- marsch jugoslawischer Akademiker in Graz zuguns- ten der Errichtung einer slowenischen Universität in Ljubljana. Die Trennung zwischen dem liberalen und dem ka- tholischen Lager im slowenischen Sprachraum fand auch innerhalb des Grazer Triglav seinen Niederschlag und so gründeten die katholisch gesinnten Mitglieder des Triglav ihren eigenen katholischen Verein Zarja. Die zweite Spaltung innerhalb des Triglav geht auf die sog. nationalen Radikalen (slow. narodni radikali) zu- rück, die 1904 den Verein Tabor gründeten und im Be- reich der Volksbildung tätig waren. Alle Vereine waren bis zum Ersten Weltkrieg aktiv, mit dem fast alle ihre Aktivitäten aufhörten. 1851 wurden unter der Leitung des Musikers Ben- jamin Ipavec zwei sog. bésede [Wörter] slawischer Pa- trioten veranstaltet. In den Jahren 1868–1875 wirkten die Slovanska beseda [Slawisches Wort] und 1876–1880 das Slovansko pevsko društvo [Slawischer Gesangsver- ein]. 1882 wurde ein slowenischer Leseverein gegrün- det, unter dessen Obhut sich auch der Studentenverein Triglav begab. Der Leseverein wurde mit seinen gesel- ligen Veranstaltungen und dem slowenischen Theater im letzten Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg gesell- schaftlicher Mittelpunkt der Grazer Slowenen. Zwei Jahre (1887–1889) bestand auch ein allslawischer lite- rarischer Verein Slavija. Die Grazer Studenten halfen ab 1899 auch bei der Errichtung einiger Arbeiterver- eine (Naprej [Vorwärz], Domovina [Heimat], Društvo sv. Marte [Verein der hl. Martha]), deren Mitglieder Gewerbetreibende, Arbeiter und Dienstmägde waren. Im Rahmen des Vereins Domovina wirkte 1907 sogar ein slowenischer Kindergarten. Als die Domovina 1909 eine liberale Führung erhielt, gründete die katholische Seite noch im selben Jahr den Bildungsverein Kres, der noch zwischen den zwei Weltkriegen tätig war. Der Turnverein Sokol bestand ab 1906. Zu Beginn des 20. Jh.s hatten in G. noch die slowenischen Studenten der Medizin und der Technik ihre jeweils eigenen Vereine. Für die slowenischen Studenten in G. sorgten neben
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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