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Geographie, Land und Leute
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 476 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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476 Gutenberger, Lukas →  Klagenfurter Feld/Celovško polje ; →  Liedersamm- lung, handschriftliche ; →  Verfolgung slowenischer Priester ab 1938 in Kärnten/Koroška ; Personenlem- mata : →  Brabenec, Jan ; →  Brollo, Jacobo ; →  Dro- biunig, Jožef ; →  Jarnik, Urban ; →  Limpel, Va- lentin ; →  Mitsch, Josef Anton ; →  Unrest, Jakob ; →  Wang, Jakob ; →  Widowitz, Johann Baptist. Gutenberger, Lukas (aus der Dolenjska [Unterkrain], 1547 und 1557 Rector magnificus der Universität Wien), →  Wien. Gutsmann, Oswald (Gutsman Ožbald, * 4. Au- gust 1725 Oberwuchel/Zgornja Buhlja [Grafenstein/ Grabštanj], † 18. Mai 1790 Klagenfurt/Celovec), Er- bauungsschriftsteller, Priester, Jesuit, Grammatiker und Lexikograf. Im Jahre 1739 schrieb er sich ins Jesuitengymna- sium in Klagenfurt/Celovec ein und beendete seine Gymnasialstudien in Krems. 1746 wurde er in den Je- suitenorden aufgenommen und war zunächst in Wien, Krems, Leoben, Graz und in Zvolen in der Slowakei tätig. 1761 kehrte er nach Klagenfurt/Celovec zurück und wirkte als Wandermissionar vor allem auf dem slowenischsprachigen Gebiet von Kärnten/Koroška. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens wurde er k. k. Missionar in Kärnten/Koroška. Nach seiner Rückkehr hatte sich G. aktiv in die literarisch-sprachlichen Be- mühungen des Jesuitenordens eingebracht. Die Jesu- iten entwickelten planmäßig sprachlich-literarische Konzepte für das Slowenische unter Berücksichtigung der dialektalen Vielfalt der Kärntner slowenischen Dialekte unter Einbeziehung der mittelslowenischen (=  krainerischen, id est →  Trubar’schen) Schriftt- radition. Unter den Klagenfurter Jesuiten wurde G. bald zur Autorität bei der Versorgung der Kärntner Slowenen mit liturgischer Literatur (→  Liturgiespra- che). G. wurde aber auch der wichtigste Kärntner Sprachtheoretiker der 2. Hälfte des 18. Jh.s, wobei er sich eine einheitliche Schriftnorm des Slowenischen und zugleich die Vereinheitlichung der gesproche- nen Sprache angelegen sein ließ. Wahrscheinlich hat G. schon an den Vorbereitungen bei der Klagenfurter Ausgabe des Parhammer-Katechismus (die Ausgabe aus dem Jahre 1761 ist verschollen, die aus dem Jahre 1762 wurde wiederentdeckt) mitgearbeitet. Dieser Ka- techismus ist das erste Buch in slowenischer Sprache, das in Kärnten für den kirchlichen Gebrauch in der Redaktion eines Kärntner Slowenen herausgegeben wurde. Im Jahre 1770 gab G. 15 Predigten für Pries- ter heraus : Chriſtianſke Reſnize, ſkus Premiſhluvanje napreineſhene, inu sa predige tudi naraunane mit dem Anhang Anmerkungen über die windisch- und kraine- rische Rechtschreibung, Celovec, 1770 (238–246) ; darin polemisiert er mit Marko →  Pohlin, wobei er die Gründe für die Ablehnung seiner Orthografie dar- legt. Dieser Anhang erfuhr zwischen 1770 und 1777 eine Neuauflage in erweiterter Form. Im Jahre 1784 gab er das für die Jugend bestimmte Werk : Meſhnu petje, Litanie inu Molitve, kaker so per Novei Napravi Boshje ſlushbe h' povſodnemu ſhpoganju bile priedpisane (Celovec 1784) heraus. 1780 erschien das Handbuch für Priester : Evangelie ino Branje ali Piſme na vſe Nedele inu jimenitne prasnike zielega leta resdelene, Celovec 1780. Im Jahre 1788 erschien ein für die Bedürfnisse der Bauern gedachtes Büchlein : Bukvize molitoune v' katireh ſe najdejo Juterne inu Vezherne Molitvize. Tudi MOLITVE per ſvetei Meſhi, per Spovedi, inu ſvetem Ob- haili ; S' permiſhluvanjem Chriſtuſovega terplenja ; sraven drujeh poſebneh Molitviz k' Svetei Divizi Marii k' bosh- jem Svetnikam inu za mnogotere Potriebe, Celovec 1788. G. hat seine theoretischen Ansichten über eine schriftsprachliche Norm der Kärntner slowenischen Literatursprache, die seiner Meinung nach eine mög- lichst große Anzahl von Varianten aus Zeit und Raum umfassen sollte und dem Gebrauch der Alltagsspra- che möglichst nahe kommen sollte, stellte er in sei- ner deskriptiven Grammatik : Windiſche Sprachlehre, Klagenfurt 1777 vor. Diese erfuhr sechs Auflagen, die letzte im Jahre 1829 besorgte Urban →  Jarnik. Diese Grammatik ist kontrastiv aufgebaut und daher zu ihrer Zeit sehr gebrauchsfreundlich. Im ersten Teil werden die phonetischen Werte der Grapheme dargelegt, da- nach folgt die Formenlehre der Wortarten, wobei G. auf die morphologischen Doubletten und interne para- digmatische Besonderheiten verweist, im zweiten Teil erörtert G. zunächst die Syntax der Wortarten vorder- gründig im Hinblick auf die Unterschiede zum Deut- schen, Teilabschnitte der dialektalen Besonderheiten, die allgemeinen sprachlichen Fehler, die Fehler beim Gebrauch von Wörtern deutscher Herkunft, die ortho- grafischen Besonderheiten der Kärntner slowenischen Schriftnorm ; G. bringt ein nach Wortarten gereihtes Verzeichnis von deutsch-slowenischen Lexemen, das er mit einem Zusatz der Namen der Wochentage und der wichtigsten Feiertage abschließt. Wenn G. bei der Einteilung des grammatischen Stoffes im Allgemeinen Marko Pohlins Grammatik aus dem Jahre 1768 folgt,
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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