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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 484 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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484 Hebein, Josef Hebein, Josef (* 18. März 1872, Melach/Mele bei Egg/ Brdo [Hermagor – Pressegger See/Šmohor – Preseško jezero], † 31. März 1946, Feistritz an der Gail/Bistrica na Zilji) Landwirt, slowenischer Bürgermeister von Feistritz an der Gail/Bistrica na Zilji. Nach dem Besuch der Volksschule in Egg/Brdo und Hermagor/Šmohor sowie einer Bürgerschule, der Tä- tigkeit am väterlichen Hof in Micheldorf/Velika vas bei Egg/Brdo und in der Steiermark heiratete H. 1904 auf einen Bauernhof (vlg. Čiči) in Feistritz an der Gail/ Bistrica na Zilji ein. H. gehörte zum Freundeskreis des slowenischen Landtags- und Reichsratsabgeordneten Franz →  Grafenauer (→  Abgeordnete), dessen Pa- tensohn er war und der sein Trauzeuge wurde. Mit H.s Heirat und Besitzantritt in Feistritz/Bistrica erfolgte zu- gleich eine Neupositionierung der →  Koroško slovenska stranka (KSS) [Kärntner slowenische Partei] in der eben erst von Hohenthurn/Straja vas getrennten Ge- meinde. Anlässlich der ersten Gemeinderatswahl 1906 war H. Kandidat der KSS für den Gemeinderat. In den folgenden Jahren war er in verschiedenen slowenischen Vereinen und Genossenschaften wie dem →  Kulturver- ein →  Zila und der Darlehenskasse/Posojilnica Feistritz aktiv, zugleich jedoch in nicht national oder politisch gebundenen Vereinen und Genossenschaften (→  Ge- nossenschaftswesen). So war er Gründungsmitglied der 1911 in Nötsch/Čajna gegründeten Landwirtschaftli- chen Genossenschaft für das Untere Gailtal. 1928 wurde er als Kandidat der KSS mit Unterstützung einer lokalen Wählervereinigung, der sog. Kleinen Wirtschaftspartei, zum →  Bürgermeister von Feistritz an der Gail/Bis- trica na Zilji gewählt. H. kandidierte nach Ablauf der Periode 1932 nicht mehr für dieses Amt und schied aus der Gemeindepolitik aus, hatte jedoch bis 1938 weiterhin Funktionen in den örtlichen und regionalen Genossenschaften inne. Eine offenbar bereits geplante →  Deportation im Jahr 1942 unterblieb. Sein Enkel und Besitznachfolger ÖR Ing. Josef Wiesflecker war von 1991–2003 Bürgermeister der Gemeinde Feistritz an der Gail/Bistrica na Zilji und u. a. von 1966–1971 als Bezirks- und von 1971–1991 als Landwirtschaftskam- merrat in der bäuerlichen Standesvertretung tätig. Quellen : ADG und Pfarrarchive Egg und Feistritz/Gail, Tauf-, Heirats- und Sterbematriken. KLA, Vereinsakten. Archiv Wiesfle- cker/Schnabl (Achomitz/Zahomec), Nachlass Josef Hebein. Lit.: P. Wiesflecker : Feistritz an der Gail. Ein Dorf im Schnittpunkt dreier Kulturen. Klagenfurt 2003, 173, 184–185, 223. Peter Wiesflecker Hedenig, Franz (* 1904 Laiplach/Liplje bei Ferlach/ Borovlje), NS-Opfer, →  Zeugen Jehovas. Hefter, Adam (* 6. Dezember 1871 Stetten bei Prien am Chiemsee [Bayern], † 9. Jänner 1970 Prien am Chiemsee), Bischof der Diözese Gurk/Krška škofija 1914–1939. H. entstammte einer Bauernfamilie im bayrischen Prien am Chiemsee. Auf Einladung von Fürstbischof Joseph →  Kahn in das priesterarme Kärnten/Koroška gekommen, hatte er am Klagenfurter →  Priesterse- minar studiert. Er wurde am 26. Dezember 1914 zum Bischof der Diözese →  Gurk/Krška škofija ernannt. Die Amtszeit Bischof H.s ist einerseits gekennzeich- net von der starken Belastung auch der Kirche durch die Nationalitätenfrage in Kärnten/Koroška, anderer- seits durch den Ausbau der Seelsorge und die Inten- sivierung der religiösen Praxis. Wenngleich nach der →  Volksabstimmung zahlreiche slowenische Geistli- che die Diözese Gurk/Krška škofija verließen, wodurch der Priestermangel in Kärnten/Koroška noch drücken- der wurde, gelang es H. in der Folgezeit, den Priester- nachwuchs aus der eigenen Diözese zu steigern und ein einheitlicheres Diözesanpresbyterium zu schaffen. Den sprachlichen Wünschen der slowenischen Bevöl- kerung versuchte er dadurch Rechnung zu tragen, dass er die Seminaristen zur Erlernung des Slowenischen verpflichtete. Bei den Firmungen und Visitationen in →  zweisprachigen Pfarren wurde die deutsche Predigt des Bischofs durch dessen Hofkaplan bzw. Sekretär slowenisch ergänzt ; 1930 setzte er die Herausgabe ei- nes slowenischen, eines slowenisch-deutschen und ei- nes deutschen Katechismus durch. Das Andenken der Slowenen an diesen Bischof ist positiv : Er errichtete ein slowenisches Caritas-Sekretariat, das er mit den- selben Kompetenzen ausstattete wie das im Mai 1920 geschaffene deutsche Pendant. Nach der Errichtung des neuen Priesterseminars in der Tarviser Straße in Klagenfurt/Celovec übergab H. 1934 die Alte Pries- terhauskirche den in der Stadt lebenden Slowenen als Stätte für slowenische Gottesdienste (→  Pfarrkarte der Diözese Gurk/Krška škofija 1924). Seine Bemühungen als geistliches Oberhaupt galten vor allem dem Ausbau und der Intensivierung der Seelsorge, dem kirchlichen Vereinswesen und der Jugendarbeit. Unter ihm wur- den zwei Diözesansynoden (1923 und 1933) abgehal- ten. Das Jahr 1929 stand im Zeichen der Einführung der Katholischen Aktion in der Diözese Gurk/Krška škofija. Bereits 1931 hatte der seit Langem kränkliche
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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